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Wer
sind (oder waren) die Feen? Dazu
gibt es verschiedene Meinungen. - Feen
sind vielleicht Angehörige von Völkern oder Volksstämmen, die in
grauer Vorzeit von anderen Völkern, die in das Gebiet einwanderten, besiegt
wurden. Die Unterlegenen zogen sich in entlegene Gebiete zurück, führten
manchmal vielleicht eine Art Guerilla-Krieg gegen ihre Eroberer, arbeiteten aber
vielleicht auch (wie z. B. die Indianer in Amerika als Spurenleser) in ihren Diensten.
Manchmal wurden vielleicht dann doch alle getötet, oder die Völker vermischten
sich durch Heirat so weit, dass das eroberte Volk praktisch irgendwann verschwunden
war. In Erzählungen und Legenden lebten sie aber weiter, ihre Taten und Kenntnisse
wurden in den Geschichten immer großartiger, bis sie schließlich zu
"den Feen" wurden.
- Feen
werden viele Kräfte zugeschrieben, die eigentlich Naturkräfte sind:
die Laubfärbung im Herbst, das plötzliche Aufblühen aller Blumen
auf eine Blumenwiese im Frühling, manchmal auch Krankheiten bei Mensch und
Vieh. Früher haben die Menschen sich diese Kräfte gerne als wirkliche,
bewusste Wesen vorgestellt, die diese für sie unerklärlichen Dinge bewirken
konnten, und mit denen sich vielleicht auch manchmal verhandeln ließ.
- Bevor
sich der christliche Glaube in Europa durchgesetzt hat, glaubten die Menschen
auch hier an allerlei Götter. Die Leute knahmen den neuen Glauben an, konnten
aber ihre alten Götter nicht so einfach vergessen. Nach und nach gerieten
diese aber doch wohl ins Abseits. Viele der alten Götter haben große
Ähnlichkeit mit den Feenkönigen und -königinnen in den Geschichten.
Deswegen glauben einige Wissenschaftler, dass diese Götter in den Gedanken
der Menschen praktisch zu den Feen "geschrumpft" sind.

Wo
sind denn die Feen heute? Es
gibt Berichte über tatsächliche, mehr oder weniger handgreifliche Begegnungen
mit Angehörigen des Feenvolks. Allerdings sind die meisten davon schon so
alt, dass heute niemand mehr sagen kann, ob es "echte" Erlebnisse waren,
oder ob es sich dabei vielleicht doch eher um Märchen handelt. Auch
heute noch sind einige Menschen davon überzeugt, Feen gesehen oder sogar
mit ihnen gesprochen zu haben. Wie es aussieht, sind das aber Begegnungen, die
sich nicht in der tatsächlichen Realität abgespielt haben, es werden
oft Worte benutzt wie "wie im Traum", "mit den geistigen Augen",
"aus den Augenwinkeln", "mit geschlossenen Augen gesehen". Während
die Feen früher "um die Ecke" wohnen sollten, oder jedenfalls an
tatsächlichen Orten unseres Globusses (in bestimmten Gegenden, oder sogar
in bestimmten Höhlen), hieß es dann von ihnen, sie hätten sich
auf merkwürdige Inseln zurück gezogen, die auf keiner Weltkarte verzeichnet
sind, und manchmal von uns normalen Sterblichen nicht einmal gesehen werden können.
Es gibt sogar alte Berichte von Menschen, die den Auszug der Feen beobachtet haben
wollen. Im gleichen Maße, wie unsere Wissenschaftler die Welt enträtselt
haben, scheinen die Feen aus ihr verschwunden zu sein. Allerdings
haben vor etwa 90 Jahren (in den Anfangszeiten der Fotografie) zwei junge Mädchen
in England Fotos vorgelegt, auf denen Feen zu sehen waren. Die Bilder erregten
damals großes Aufsehen. Erst viel später, als alte Damen, haben die
beiden zugegeben, dass sie die Bilder gefälscht hatten. Du kannst dir die
"Feenfotos" hier ansehen (und dich wundern, wieso jedermann glaubte,
dass sie echt seien): http://www.randi.org/library/cottingley/ 
Soll
man denn nun an Feen glauben? Diese
Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten. Sicher ist, Feen "zum
Anfassen" gibt es wohl leider nicht. Wenn es sie denn jemals gegeben hat,
so war das wohl in den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat,
und als man die Sterne am Himmel noch nicht zählen konnte. Doch in unseren
Träumen leben sie weiter, und manche Menschen, die der Traumwelt sehr verbunden
sind, können ihnen begegnen und sich vielleicht sogar mit ihnen unterhalten.
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