Bontomantie - Orakel mit Pflanzen

Auf dieser Seite erfährst du etwas über Botomantie und wie man mit Hilfe von Pflanzen einen Blick in die Zukunft werfen kann.


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Er liebt mich von Herzen,
mit Schmerzen,
ein wenig,
fast gar nicht...

Alter Reim für das Rupfblumenorakel

Inhalt:

Pflanzenorakel
Botomantie nennt man die Kunst, mit der schon unsere Vorfahren versuchten, die kommenden Zeiten mit Hilfe bestimmter Pflanzen zu entschlüsseln.

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Botomantie

Schon seit ewigen Zeiten waren die Menschen daran interessiert, herauszufinden, was ihnen die Zukunft bringen würde. Man hat die Zukunft zum Beispiel aus Knochen gelesen, mit Kristallkugeln, aus dem Kaffeesatz, aus dem Flug der Vögel, aus Karten, oder auch mit Hilfe von Steinen. Doch auch Blumen und Pflanzen sollten einen Blick auf kommende Zeiten zulassen. Botomantie nennt man die Kunst, die Zukunft mit Hilfe von Pflanzen zu entschlüsseln. Die meisten Pflanzenorakel betreffen das Liebesleben, was anscheinend für die Menschen immer von höchster Wichtigkeit war. Daneben gibt es diverse Wetterorakel, aber man kann auch noch Aufschluss über andere Dinge erhalten.

Hier haben wir einige dieser Orakel gesammelt. Einige werden dir recht bekannt vorkommen, denn sie sind recht verbreitet als Kinderspiele.

Man kann diese Orakelspiele unter Freunden spielen, an Silvester, auf Partys und in anderen geselligen Runden, aber auch - im Volksorakel sogar oft als unerläßlich vorgeschrieben - allein und ungesehen im stillen Kämmerlein. Heute nimmt man diese Orakel im Allgemeinen nicht mehr allzu ernst und betrachtet sie eher als Spiel. Ob man dabei wirklich etwas über die Zukunft erfahren kann? Vielleicht eher ein bisschen über sich selber und über die anderen, die am Orakelspiel teilnehmen, und zwar aus der Reaktion auf das Ergebnis!

= Liebes- und Heiratsorakel

= Wetterorakel

 

Deren gibt es mehrere:

  1. Man schält einen Apfel vom Blütenansatz bis zum Stiel, ohne die Schale zu zerreissen. Nun schwingt man die Schale dreimal um den Kopf und wirft sie hinter sich. Wenn sie nach derser Prozedur immer noch ganz ist, bilden ihre Verschlingungen den Anfangs-buchstaben des Namens derjenigen Person, mit der man in allernächster Zeit eine Bindung eingeht. In manchen Gegenden ist dieses Orakel mit bestimmten Tagen (z. B. Johannistag, Weihnachten,Silvester oder Walpurgisnacht) verknüpft. Manchmal zeigen die Schalen auch an, ob jemand im kommenden Jahr daheim bleibt oder auszieht.
  2. Männer haben es mit dem Blick in die (Liebes-)Zukunft besonders einfach: Sie müssen sich am Weihnachtsmorgen nur vor die Hoftür setzen und einen Apfel essen, schon wussten sie, wen sie heiraten würden, nämlich das erste Mädchen, das die Straße entlang kam!
  3. Der Apfel wird in zwei Hälften geschnitten. Dann kann man an den Kernen ablesen, was das kommende Jahr bringen wird. Bildet das Kernhaus einen gleichmäßigen Stern, bedeutet dieses Glück und Gesundheit für die ganze Familie. Sind die Kerne heil geblieben, wird das ganze Jahr gut werden.

 

Wenn sich die Blüten der am Barbaratag (4. Dezember) geschnittenen Zweige zu Weihnachten öffnen, so steht ein gutes Jahr bevor.

Mancherorts dienen die Zweige auch als Entscheidungshilfe in Liebesdingen: Die Mädchen schneiden die Namen der in Frage kommenden Liebhaber in die Zweige ein oder hängen Zettel mit den Namen daran. Derjenige dessen Namen auf dem Zweig steht, der zuerst blüht, ist dann der Glückliche. Anderswo schließt man aus der Anzahl und Qualität der Blüten auf die passende Verbindung.

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Ebenfalls ein Liebesorakel: Man pflückt ein frisches Basilikumblatt ab und hält es über eine brennende Kerze. Wenn es gar nicht oder nur langsam verbrennt, so soll es ein gutes Zeichen für die Liebe sein. Wenn es aber zischend in Flammen aufgeht, so ist es mit der Treue des Partners nicht so gut bestellt.

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Ein Wetterorakel: Man stellt am Heiligen Abend 12 Knospen der Christrose (Helleborus niger) in eine Vase. Jede wird einem Monat des kommenden Jahres zugeordnet. Wenn sich die Knospe öffnet, so soll dieses gutes Wetter für den entsprechenden Monat bedeuten. Öffnet sie sich nicht, so könnte in dem Monat ein Unwetter bevorstehen.

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Wenn man wissen möchte, ob der Partner treu ist, so sollte man am Johannistag abends vor dem Schlafengehen einen kleinen Zweig einer Fetthennenpflanze in einen Blumentopf mit Erde einsetzen.

Wenn am nächsten Morgen die Blätter auf einander zu weisen, so ist der Schatz treu, und die Beziehung wird glücklich.

Fallen die Blätter aber nach links und rechts auseinander, so sollte man sich vorsehen, denn das ist ein schlechtes Zeichen.

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In Bayern werden am früheren Thomastag (21. Dezember) Gerstenkörner in einen Blumentopf mit gehaltvoller Erde gesäht. Je nachdem wie die Saat nach Weihnachten aufgegangen ist, soll man erkennen können, wie Wetter und/oder Ernte im nächsten Jahr ausfallen: Feuchtigkeit, Trockenheit, gutes Wachsen, frühes Vergilben...

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Eine angeblich sehr sichere Methode, um festzustellen, ob der Partner einen wirklich liebt!

Man benötigt dazu einen Weißkohl (symbolisiert die Frau) und eine Grünkohlpflanze (symbolisiert den Mann), beide mit Wurzeln. In den Weißkohl wird von den Blättern bis zu den Wurzeln mit einem scharfen Messer vorsichtig ein Schlitz eingeschnitten, durch den man den Grünkohl so durchzieht, dass man beide Pflanzen gemeinsam einpflanzen kann. In das Pflanzloch muss man vorher einen Stein legen. Die Wurzeln sollten gerade noch Platz haben.

Wenn nun beide Pflanzen anwachsen, wird die Liebe halten. Wenn eine oder beide Pflanzen welken, wird nichts aus der Beziehung.

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Ein Heiratsorakel! Es gibt da verschiedene Möglichkeiten:

1. Die Mädchen flechten einen Kranz aus Stroh und einen aus grünen Zweigen. Beide Kränze werden in ein Gefäß mit Wasser geworfen. Die Mädchen müssen dann mit verbundenen Augen einen der Kränze greifen. Wenn es der grüne Kranz ist, werden sie bald heiraten.

2. Man flicht am Johannistag einen Kranz aus neunerlei Blumen (darunter unbedingt die Raute!). Dann wirft man ihn rückwärts über die Schulter auf einen Baum. Dabei darf nicht gesprochen werden. So oft, wie der Kranz wieder zu Boden fällt, so viele Jahre dauert es noch, bis man heiratet.

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Margarittenorakel

Nicht nur als Rupfblumen gestatten die Margaritten einen Blick in die Zukunft:

In Oberösterreich zupft man die Strahlblüten bis auf eine aus und dreht dann den Blütenstengel mit den Worten "Spitz, spitz, wo mein Weib sitzt rum". Wo nach dem Drehen die Strahlblüte hinzeigt, aus der Gegend ist die Zukünftige.

Aus der Schweitz kommt folgendes Orakelspiel: Die Mädchen legen am Abend 3 Blütenköpfe in ein leeres Trinkglas. Jeder wird einem Liebhaber zugeordnet.. Sind am Morgen alle Blumen verwelkt, so wird keiner der Burschen der ihre; bleibt dagegen eine frisch, so wird der entsprechende Mann der Zukünftige.

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Mohnblumenorakel

Liebt er mich, oder liebt er mich nicht? Diese Frage lässt sich auch mit Hilfe von Blütenblättern des Klatschmohns klären: Schon in der Antike schlug man zu diesem Zweck auf die Kronblätter der Pflanze und deutete den dadurch entstehenden Knall - je nach Intensität - als mehr oder weniger günstiges Zeichen für die erhoffte Gegenliebe an.

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Pusteblumenorakel

Wenn man die Samen von einer Pusteblume abpustet, so sollen die zurückgebliebenen Samen die Jahre bis zur Hochzeit anzeigen.

Wenn man sich beim Abpusten etwas wünscht, so heißt es, dass der Wunsch in Erfüllung geht, wenn kein Samen zurück bleibt.

Ist der Fruchtboden der Pflanze dunkelfarbig, so sollte man auf seine Gesundheit aufpassen.

Es heißt auch, ein weißer Fruchtboden bedeute, dass man nach dem Tode in den Himmel komme, ein dunkler, dass die Hölle auf einen warte.

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Ringelblumenorakel

Eine alte Anleitung in Sachen Liebesorakel: "Fülle etwas Erde, auf der Dein Angebeteter seine Spuren hinterlassen hat, in einen Blumentopf und pflanze eine Ringelblume hinein. Wenn diese gedeiht und blüht, kannst Du Dir der Liebe dieses Mannes sicher sein. Kümmert sie aber dahin, so schlage Dir die Sache aus dem Kopf."

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Rosenblätterorakel

Verliebte sollen von einer Brücke Rosenblätter in den Fluss oder den Bach fallen lassen. Wenn zwei der Blätter gemeinsam fort schwimmen, wird das junge Paar zusammen bleiben und vielleicht heiraten.

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Rupfblumenorakel

Eine altdeutsche Schrift meint: "Wer Rupfblumen trägt, ungerupft, der weiss nichts besonderes an seinem Liebsten,..."

Die weißen Blütenköpfe von Margaritten und Gänseblümchen dienen oft als Liebesorakel, können aber, wie du gleich noch erfahren wirst, auch noch andere "Informationen" liefern. Dabei geht man folgendermaßen vor:

Bei einem einfachen Rupfblumen-Liebesorakel zupft die Verliebte den weißen Blütenköpfen der Reihe nach alle Blätter aus und murmelt dabei: "Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich..." Das letzte Blatt bringt dann Klarheit in die Beziehungsverhältnisse.

Es geht aber auch noch genauer, in Ostpreußen heißt es zum Beispiel:: "Der Erste tut's um die Dukaten, der zweite um ein schön Gesicht, der Dritte weiss sich nit zu raten, der Vierte, weil Mama so spricht. Der Fünfte fühlt sich so allen, der Sechste will doch auch mal frein, der Siebt und Achte sind so dumm, sie wissen selber nicht warum."

Das Rupfblumenorakel liefert anscheinend weltweit auch noch Informationen über die berufliche Zukunft: So heißt es "Edelmann, Beddelmann, Baur, Soldat, König, Kaiser, Advokat ..." (Schleswig-Holstein) oder oder "Edelmann, Bettelmann, Bürger, Bauer, Bäuerin, Kellnerin, Jungfrau, Stadtfrau, Drecksau ..." (Altbayern), "rich man, poor man, beggar man, thief; doctor, lawyer, Indian chief ... " (USA), aber auch, ziemlich konservativ, "heiraten, ledig bleiben, Klosterfrau ..." bei den Mädchen, die früher manchmal wohl nicht allzuviel Auswahl hatten.

Man kann auch erfahren, wie man einmal wohnen wird: "Haus, Häusel, Hüttn ...", oder wie es mit dem Besitzstand aussehen wird: "Auto, Schesn, Steiawagl, Schubkarn ...".

Wer wissen möchte, woher ein bestimmter Gegenstand kommt, orakelt: "'kaft (gekauft), g'fund'n, g'stohln..."

Auch das Wetter in den nächsten Tagen lässt sich mit Hilfe von Rupfblumen bestimmen: "schea (=schön), schiach (=schlecht) ... " (Oberbayern).

Um zu erraten, ob der erste Sprößling ein Bub oder ein Mädel ist, sagt man beim Zupfen: "Bueb, Meitli, Bueb, Meitli ..."

Sogar, wie es um einen nach dem Tode bestellt sein wird, kann man erfahren:: "Himmel, Hölle, Fegefeuer"

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Vergissmeinichtorakel

In der Walpurgisnacht (30.04.) auf einen Stein etwas Erde geben, darauf 2 Vergissmeinnicht einpflanzen.

Wenn diese dann auf einander zu wachsen, wird der Geliebte treu bleiben und vielleicht eine Hochzeit bevor stehen.

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Zwiebelorakel

 

Auch Zwiebeln können vielerlei Information liefern. Am bekanntesten ist das Wetterorakel mit Hilfe von Zwiebeln: Man stellt in der Christnacht, an Silvester oder, seltener, am Thomastag, 12 mit Salz besträute Zwiebelschalen auf, die man den 12 Monaten zuordnet. Am nächsten Morgen soll man dann aus der vom Salz angezogenen Feuchtigkeit auf die Niederschläge in dem betreffenden Monat schließen können. Dieser "Zwiebelkalender" war früher in vielen Gegenden Europas verbreitet.

Aber mit Hilfe einer Zwiebel lassen sich auch Lottozahlen voraussagen: Die Zwiebel wird an Vollmond zuerst ins Wasser gelegt und dann in Erde gepflanzt. Nach 9 Tagen gräbt man sie wieder aus und kann dann angeblich in den Verschlingungen der Zwiebelwurzel die Zahlen erkennen.

Glück oder Unglück im folgenden Jahr zeigt die Zwiebel auf folgende Art und Weise an: Am Johannistag schneidet man 2 Halme Zwiebellauch gleich lang ab und weist dem einen das Glück, dem anderen das Unglück zu. Je nachdem, welcher Halm am nächsten Tag länger gewachsen ist, wird einen dann das Schicksal ereilen.

Ein Heiratsorakel gibt die Zwiebel auf folgende Art und Weise ab: Die Mädchen legen an Weihnachten in alle 4 Stubenecken je eine Zwiebel und geben jeder den Namen eines für die Ehe in Frage kommenden Junggesellen. An Dreikönig schauen sie nach, welche der Zwiebeln ausgetrieben hat. Der entsprechende Bursche wird sich als Freier einstellen. Hat keine der Zwiebeln ausgetrieben, wird das Mädchen noch ein Jahr unvermählt bleiben.

Ähnlich funktioniert es, wenn man die Zwiebeln unter das Bett oder auf den Ofen legt.

Das Gesicht eines unbekannten Zukünftigen kann ein Mädchen erkennen, wenn es an Weihnachten eine weiße Zwiebel zerschneidet und Salz darauf streut. Am nächsten Morgen sollen sich die Gesichtszüge des Zukünftigen abzeichnen.

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BILDER

Das Titelbild ist im Original von Ffernand Khnopf (1858-1921)
und heißt "Sybilla Delfica". Hier ist es seitenverkehrt abgebildet.

 

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