Zauberpflanzen - die magischen Kräfte unserer Gartenblumen

In unseren Gärten wachsen auch heute noch viele der alten Zauberpflanzen unsserer Vorfahren. Die meisten davon sind alte Heilpflanzen. Viele sollten auch eher antimagische Wirkungen entfalten.

Originalbild: Dante Gabriel Rosetti (1828 - 1882)

In den Pflanzen liegt die ganze Kraft der Welt.
Derjenige, der ihre geheimen Kräfte kennt,
der ist allmächtig.

Aus Indien

 

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Zauberpflanzen in unseren Gärten

Schon in grauer Vorzeit war man davon überzeugt, dass viele Pflanzen verborgene Kräfte besitzen. Im Zeitalter von Harry Potter sind die alten Zauberpflanzen für viele Menschen wieder interessant geworden. Es gibt viele Bücher und Broschüren zu diesem Thema, und wer will, kann sich auch im Internet "weiterbilden". In den Gärtnereien finden "Hexenpflanzen" reißenden Absatz.

Wenn man sich ein bisschen mit dieser Materie beschäftigt, entdeckt man, dass sich unter den alten Zauberpflanzen viele Heilpflanzen befinden. "Kräutermagie" nannte man ja früher oft einfach das Wissen um Wirkung von Pflanzen. Viele dieser Pflanzen (besonders die Nachtschattengewächse) sind allerdings giftig, und oft wurden sie in den alten Zeiten auf sehr zweifelhafte, manchmal auch gefährliche Art und Weise verwendet. Wie bei anderen Arzneimitteln auch, ist es eben wichtig, die genaue Dosierung und Anwendungsweise zu kennen. Überdosiert ist ja auch das Salz, was wir täglich in der Küche verwenden, nicht unbedenklich.

Hier sollen nun einige Pflanzen vorgestellt werden, die man auch heute noch in vielen Gärten finden kann. Wie gesagt, gehören viele von ihnen zu den altbekannten Heilpflanzen. Ob sie tatsächlich magische Kräfte besitzen, lasse ich mal dahingestellt. Wie du sehen wirst, soll es sich auch oft eher um einen "anti-magischen" Effekt handeln, so dass sie im Garten einer "echten" bösen Hexe wohl eher nicht anzutreffen wären

Zauberhaft sind die Pflanzen auf jeden Fall, auch wenn man nicht an ihre magischen Kräfte glauben möchte!

 

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Alant
(Inula helenium)

Helenion · Elecampane · Elfenampfer · Odinskopf · Sonnenwurz · Weihrauchwurz

Der Mythologie nach soll er aus den Tränen der Helena entstanden sein, die sie weinte, als sie nach Troja entführt wurde. Bei den alten Germanen war er dem Gott Wotan bzw. Odin geweiht.

Als Zauberpflanze diente er vor allem dem Abwehrzauber, z. B. gegen die Pest und allerlei andere Krankheiten von Hexenschuss bis zur Besessenheit. Alant-Räuchermischungen sollten Dämonen fernhalten und er galt als Amulett gegen Hexen. Im Mittelalter war die Pflanze fast ein Allheilmittel, besonders in Form von Alantwein. Hildegard von Bingen setzte Alant gegen Lungenleiden und Krätze ein

In der Naturheilkunde benutzt man die Wurzel heute für einen Hustentee. Ein Zucker aus dem Alant, das Inulin, kann von Diabetikern benutzt werden, weil er keien Nährwert hat und den Zuckerspiegel im Blut nicht ansteigen lässt.

Alant wächst wild an Ufergebüschen, Hecken und Zäunen. Mit seinen 2 m Höhe ist er im Garten eich echter "Hingucker". Die Staude ist einfach aus Samen zu ziehen und benötigt einen sonnigen Platz sowie einen tiefgründigen Boden für den großen Wurzelstock.

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Baldrian
(Valeriana officinalis)

Augenwurzel · Elfenkraut · Hexenkraut · Katzenkraut · Katzenwurzel · Mondwurz · Tollerjan · Augenwurz · Bertram · Dreifuss · Hexenkraut · Katzenkraut · Katzenwurz · Marienwurzel · Mondwurz · Theriakwurzel · Viehkraut · Wendwurzel · Wilde Narde

Früher glaubte man, dass Baldrian gegen Zauberei und böse Geister wirken könne: "Baldrian, Dost und Dill - kann die Hex' nicht wie sie will" so heißt ein alter Spruch. Getrocknete Baldriansträuße sollten, im Hause aufgehängt, Glück bringen und Schlechtes in Gutes verwandeln.

Der Name "Baldrian" stammt wahrscheinlich von dem lateinischen "Valeriana", das sich von valere (="gesund sein") ableitet. Tatsächlich wurde er bereits im Altertum als Heilpflanze verwendet, und zwar gegen Menstruationsstörungen und als harntreibendes Mittel. Im Mittelalter wurde die Pflanze gegen Augenkrankheiten eingesetzt, weil man beobachtet hatte, dass Katzen mit ihren scharfen Augen Baldrian sehr lieben. Das Kraut war auch Bestandtteil des Wundermittels Theriak, das nicht nur gegen Pest und andere Seuchen helfen sollte, sondern auch gegen Vergiftungen aller Art. Schließlich verwendete man Baldrian auch als Anti-Wurmmittel und sogar als Aphrodisiakum. Erst später entdeckte man auch die beruhigenden Eigenschaften der Baldrianwurzel.

Heute benutzt man Baldrianzubereitungen bei Unruhe, Angst- und Spannungszuständen, außerdem bei nervös bedingten Schlafstörungen. Auch bei Leistungs- und Konzentrationsschwäche ist er wirksam. Außerdem hat Baldrian psychisch tatsächlich einen leicht anregenden Effekt. Inzwischen weiß man, dass das getrocknete Kraut und auch Tinkturen ihre Wirksamkeit schnell einbüßen. Wirksamer sind Tabletten und Dragees.

Neuere Forschungen lassen aber vermuten, dass Baldrian eventuell süchtig machen könnte, also doch Vorsicht!

Der Baldrian liebt kalkhaltige und ausreichend feuchte Böden in sonniger bis halbschattiger Lage.

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Basilikum
(Ocimum basilicum)

Balsam · Basilienkraut · Königskraut · Suppenbasil

Vor allem gegen den "bösen Blick" sollte das Basilikum schützen, sein Name leitet sich von der Überlieferung ab, es könne einen vor dem tödlichen Blick des Basilisken bewahren.

Mädchen wurden, so hieß es, vor dem Verlust der Jungfräulichkeit bewahrt, wenn ein Basilikumstock auf dem Fensterbrett gezogen wurde. Ein solcher sollte auch der "beruhigung des Geistes" dienen. Die Wurzel, von Gebährenden fest in der Hand gehalten, sollte eine schmerzfreie Geburt gewähren.

Als Heilpflanze wurde Basilikum schon im Altertum verwendet, und zwar gegen Kopfschmerzen und Migräne (Öleinreibungen) sowie gegen Verdauungsbeschwerden und Blähungen.

Heute kennt man Basilijum eher als Würzkraut. Als solches wurde es schon von den alten Römern verwendet, und heute ist es für die sogenannte Mittelmeerküche unentbehrlich.

Basilikum , das eigentlich vermutlich aus Indien stammt, kann bei uns nur einjährig angebaut werden, da es sehr frostempfindlich ist und bei 0°C sofort abstirbt. Daher gibt es bei uns auch kein wildes Basilikum. Da es auch sehr windempfinlich ist, sollte man ihm einen geschützten, sonnigen Platz geben. Gut gedeiht es auf dem Balkon in einem nicht zu kleinen Blumentopf. Es gibt übrigens auch sehr attraktive rosa Sorten mit dunkelroten Blättern.

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Bingelkraut
(Mercurialis perennis L. )

Waldmanna · Stinkerich · Hundskohl · Schuttbingel · Wintergrün · Ruhrkraut · Kuhkraut · Speckmelde · Wodanskraut

Bingelkraut ist eine alte Hexen- und Alchemistenpflanze. Sie soll Bestandteil der Flugsalbe gewesen sein, mit deren Hilfe sich die Hexen auf den Weg zum Blocksberg gemacht haben sollen.

In der Heilkunde verwendet man das Kraut schon seit über 2000 Jahren. Lange wurden damit vor allem menstruationsbeschwerden und andere Frauenleiden behandelt: Im Mittelalter nahm man es als Tee bei Wassersucht, Verstopfung, Verschleimung der Bronchien, Appetitlosigkeit , Rheuma und Gicht.

Bingelkraut ist schwach giftig, bei Verzehr großer Mengen kann es die Nieren und die Leber schädigen.

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Buschwindröschen
(Anemone nemorosa)

Weiße Osterluzei · Hexenblum · Kopfschmerzblum · Windflower · Weisses Buschveilchen · Wittögschen · Waldröschen · Waldhähnchen

In alten Zeiten hieß es, das Buschwindröschen öffne seine Blüten nur, wenn der Wind weht. Daher kommt wohl auch der Name. Tatsächlich öffnet das Pflänzchen sich bei Sonnenschein. Abends und bei Regenwetter schließen sich die Blütenblätter über den zarten Staubgefäßen wie ein kleines Zelt. Das geschieht, so glaubte man früher, weil sich die Feen darin gerne verbergen. Mancherorts verwendete man die Pflanze als Talisman gegen böse Geister.

Verschiedene Teile des Buschwindröschens wurden früher zur Behandlung von Sommersprossen, Warzen und Rheuma angewendet, können aber schwere Hautschäden hervor rufen. Der Name "Kopfschmerzblum" deutet auf den Giftgehalt der Pflanze hin. Deswegen sollte man sie lieber nicht zur medizinischen Selbstbehandlung einsetzen.

Trotzdem sieht es hübsch aus, wenn die Pflanze sich unter den noch kahlen Sträuchern und Bäumen im Wind wiegt. An richtigem Standort bilden sich richtige Teppiche aus den zarten weißen Blüten. In der christlichen Überlieferung ist die Pflanze ein Symbol für Krankheit und Tod sowie für die sieben Schmerzen der Mutter Maria.

Im Garten brauchen Buschwindröschen einen leicht schattigen Standort mit humosem Boden. Gut zum Verweildern auf Schattenrasen! Im Rasenbereich darf nicht gemäht werden, bevor das Laub verwelkt ist!

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Dachwurz
(Sempervivum)

Hauswurz · Donnerkraut · Donars- oder Donnerbart · Donnerlauch · Garda Casa · Hauslauch · Jupiterbart · Joubarbe · Scherzenkraut · Wetterwurz · Zittriwurzen · Zittrichkraut

Schon lange vor Christus haben die Menschen Dachwurz die Dächer ihrer Häuser gepflanzt, um diese vor Blitzschlag zu bewahren. Anscheinend hat das durchaus einen realen Hintergrund, wie neuere Untersuchungen beweisen. Häuser, deren Dach mit diesen robusten Pflanzen bewachsen ist, werden offenbar tatsächlich weniger oft von Blitzen getroffen als andere. Anscheinend fördern die Hauswurze den Spannungsausgleich zwischen dem Haus und der Luft, so dass nicht so leicht ein extremes Spannungsgefälle auftreten kann, das zu Blitzeinschlägen führt.

Außer vor Blitzschlag sollte das Kraut im Mittelalter auch vor Brand, Sturm und schwarzer Magie schützen. Als Arzneipflanze wurde es frisch oder als Tee bei Verletzungen, Hautentzündungen, Warzen und Hühneraugen verwendet, auch bei Brandwunden und Insektenstrichen sollte es helfen.

In der christlichen Mythologie gelten Hauswurze, wie andere Immergrüne auch, als Symbol für das ewige Leben.

Sempervivum (=lat. "immer lebend") gibt es schon von Natur aus in unendlich vielen Sorten. Ursprünglich ist es vermutlich im Mittelmeerraum, in den Alpen und in Vorderasien heimisch gewesen. Doch schon im Mittelalter baute man Hauswurz in den Burggärten nicht nur als Heil-, sondern auch als Zierpflanze an, wie "Gartenflüchtlinge" mit besonderer Coloration aus solchen Gärten beweisen. Nach und nach hat sich die Pflanze so über ganz Europa verbreitet. Inzwischen ist die Sortenvielfalt fast unüberschaubar.

Die Staude braucht einen Standort in voller Sonne, damit sich die sortentypische Färbung ausbildet. Sie ist pflegeleicht, benötigt auch im Sommer nur wenig Wasser und bildet dichte Polster, die mit den Jahren recht groß werden können. Deswegen eignen sich die Pflanzen auch gut für die Begrünung von Flachdächern. Man kann sie aber auch gut in flache Schalen (sandige Erde!) pflanzen. Ich habe auch schon gesehen, dass alte Dachziegel dazu benutzt wurden.

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Dill
(Anethum graveolens)

 

Dille · Dillkraut · Gurkenkraut · Kapernkraut · Kümmerlingskraut

Ursprünglich soll die Pflanze im Orient beheimatet sein, auch im alten Agypten wurde Dill als Heil- und Würzpflanze angebaut. Aber man hat Dill schon in neolithischen Schichten von Siedlungen in der Schweiz gefunden, die über 5000 Jahre alt sind. Das Kraut hat eine lange "magische" Geschichte. Vermutlich wegen des starken Duftes genoss er einen guten Ruf als Schutzkraut gegen schwarze Magie und wurde auch in Liebestränken verwendet. Bei letzterem ist die Wirkung anscheinend ambivalent: Es gibt Rezepte mit Dill, die die Begierde steigern ebenso wie solche, die sie abtöten sollten.

Frauen nahmen früher am Hochzeitstag gerne heimlich Dillsamen mit in die Kirche, denn es hieß, dass sie dann in der Ehe die Hosen anhaben würde ("Ich hab' Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will"). Ferner sollte Dill, frisch unter dem Kopfkissen, Alpträume fern halten und das Schnarchen verhindern. Dillbündel oder Kränze an der Stalltür sollten Hexen davon abhalten, das Vieh zu verzaubern. Dill sollte ebenfalls vor Gewitter schützen. Dillsträuße, die man über der Haustüre anbrachte, sollten unliebsame Besucher davon abhalten, das Haus zu betreten.

Auch in der Heilkunde wurde das Kraut nachweislich bereits im alten Griechenland verwendet, undzwar gegen Schluckauf! Im Mittelalter verwendete man Dill als Beruhigungsmittel für Babys mit Koliken. Die Pflanze wirkt gut gegen Blähungen, Krämpfe und Gallenkoliken, und man hat auch eine gewisse bakterientödende Wirkung nachgewiesen. Es regt den Milchfluss an, weswegen es in Still-Tees Anwendung findet, und es kann im psychischen Bereich nervöse Schlaflosigkeit und Verkrampfungen lindern.

Am bekanntesten ist Dill aber wohl als Würzkraut. Die alten Römer gaben es an Geflügel und Wein. Man kann es auch wunderbar für Eierspeisen, Fisch, Kartoffeln und Gurkensalat verwenden oder ein Brot damit backen. Und wenn dieses den Speisenden auch noch Glück bringt, um so besser!

Dill ist einjährig und lässt sich nicht gut verpflanzen, deswegen zieht man ihn meistens aus Samen. Dill wächst in jedem Gartenboden und stellt auch bezüglich der Nährstoffe keine großen Ansprüche. Allzu trocken stehend, bekommt er aber leicht Blattläuse, die ihn in kurzer Zeit vernichten können. Dill gedeiht auch in halbschattigen Lagen noch sehr gut.

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Erdbeere
(Fragaria ssp.)

Ardbeere · Besingkraut · Erbel · Erpele · Ihrbeer · Knickbeere · Rotbeer · Waldbeere · Walderdbeere

Schon in der Steinzeit haben die Menschen gerne die süßen Beeren gegessen. Inzwischen gibt es hunderte von Sorten, die alle aus einer Kreuzung zwischen den hier beheimateten Walderdbeeren und den Gartenerdbeeren, die wohl von französischen Seefahrern aus Kanada importiert wurden, gezüchtent wurden.

Erdbeeren standen in enger Beziehung zu Fruchtbarkeitsgöttin Freya. So gehören die roten Früchte auch heute noch auf jeden Fall zu einem richtigen Liebesmahl dazu. Früher trug man getrocknete Blätter als Glücksbringer mit sich herum. Für schwangere Frauen war das Erdbeerlaub auch ein Talisman für eine leichte Geburt.

In der alten christlichen Mythologie steht das Dreiblatt der Erdbeere für die Dreifaltigkeit, die rote Frucht für das Blut Christi, und die fünf Blätter der Blüte symbolisieren die Wunden Christi.

Im Garten sind Walderdbeeren ein hübscher Bodendecker zu Rosen und Beerenobst. Nach der Ernte der kleinen Beeren, die viel intensiver im Geschmack sind als ihre großen Schwestern, sollte man das Laub abschneiden. Es wächst dann schnell wieder nach als dichter, grüner Teppich und man kann sogar ab und an darüber laufen.

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Farn
(z. B. : Dryopteris)

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Im Mittelalter pflanzte man Farn in die Kräutergärten, um böse Geister und Dämonen fern zu halten. Er sollte auch vor Blitz und Hagelschlag bewahren, und wer Farn bei sich trug, war gegen böse Anschläge auf Leib und Leben gefeit. Man hängte Farnkrautbüschel auch als Glücksbringer über die Türen.

Farne sind Sporenpflanzen, deswegen fehlen ihnen Blüte und Früchte, was unsere Vorfahren zu wilden Spekulationen beflügelte: Er solle, so hieß es, in der Johannisnacht genau um Mitternacht eine goldene Blüte hervor bringen, und dann auch sogleich den Samen abwerfen. Dass dieser dann besondere Kräfte haben sollte, versteht sich von selbst: Er machte den Träger stich- und kugelfest und außerdem unsichtbar, half angeblich, verborgene Schätze zu entdecken und war auch für allerhand Liebeszauber begehrt. Außerdem konnte man mit seiner Hilfe die Sprache der Tiere verstehen. Allerdings ließen sich die Samen natürlich nur gewinnen, wenn man bestimmte, magische Praktiken anzuwenden wusste.

In England sagt man, dass sich im Schatten des Farnkrauts oft Feen und Pixies verstecken. Man solle deswegen nicht einfach so durch Farne hindurch latschen und dürfe in der Nähe von Farnen auf gar keinen Fall über Geheimnisse reden, weil die Feen sie sonst überall verbreiten würden.

In der Heilkunde benutzte man ihn früher als Wurmmittel sowie in Umschlägen gegen Gicht und Rheuma. Als Signaturpflanze für den Rücken wurde er auch gegen Rückenschmerzen verordnet.

Für den Garten kann man inzwischen Farne aus aller Welt in den Gärtnereien kaufen, passend für alle möglichen Standorte. Besonders beliebt sind natürlich die winter- und immergrünen Sorten. Farne gehören zu den langlebigsten, nicht verholzenden Gartenpflanzen. An geeignetem Standort können sie sehr alt werden und bringen Romantik und etwas Geheimnisvolles in den Garten.

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Frauenmantel
(Alchemilla vulgaris, Alchemilla vulgaris)


Frauenkraut · Alchimistenkraut · Gewittergras · Marienkraut · Lady's mantle · Gewittergras

Kränze oder Bündel von Frauenmantel wurden früher an Fenstern, Türen oder auch am Dachfirst befestigt und sollten das Haus vor Blitzschlag bewahren. Die Alchimisten verwendeten den "Sonnentau", die Gutatationstropfen an den Blättern, bei ihren Versuchen, den Stein der Weisen zu finden, der helfen sollte, unedle Metalle in Gold zu verwandeln.

In der Heilkunde war Alchemilla schon immer ein Frauenkraut. Der Sonnentau sollte gegen unreine Haut und Sommersprossen wirken. Aus den Blättern bereitetete man Tinkturen und Tees gegen "Frauenleiden" wie Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne sowie bei Prämenstruellem Syndrom. In der Tat hat man festgestellt, dass Pflanzenextrakte aus Frauenmantel schwache, gestagenähnliche Wirkungen entfalten.

Im Garten ist Frauenmantel mit seinen großen, graugrünen Blättern ein schöner Bodendecker und passt gut zu Wild- und Solitärstauden, aber auch zu Rosen. Am besten gedeiht Alchemilla auf gleichmäßig feuchtem, humosen Boden, und im Halbschatten. Dort, wo es ihr gefällt, samt sich die Pflanze leicht selbst aus. Nach der Blüte ordentlich zurück schneiden. Dann treibt die Pflanze schön wieder aus und bildet hübsche Blattrosetten.

Die grüngelben Blüten lassen sich gut trocknen und wirken schön als einfache, dichte Sträuße in großen Tonvasen (in der Vase trocknen). Auch Kränze aus Frauenmantelblüten trocknen hübsch auf.

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Gänseblümchen
(Bellis perennis)


Augenblümchen · Herzblümli · Himmelsblume · Maiblume · Marienblümchen · Maßliebchen · Mondscheinblume · Morgenblume · Tausendschön · Wundkraut

Gänseblümchen schützen vor dem Entführtwerden durch Feen, so hieß es früher. Deswegen wurde es gerne gesehen, wenn Kinder Gänseblümchenkränze trugen.

Ein sehr alter Brauch, der sich nicht nur in Deutschland findet, sondern auch in Dänemark, der Schweiz und in Frankreich verbreitet ist, besagt, dass man die ersten drei Gänseblümchenblüten, die man im Frühjahr findet, unbedingt essen sollte. Dieses sollte so mancherlei Gutes bewirken: Man bliebe verschont von Fieber, Zahnschmerzen oder Augenkrankheiten, so hieß es. Oder man würde den ganzen Sommer keinen Durst haben oder Schaden durch "fremdes" Wasser erleiden. Verliebte benutzten das Pflänzchen natürlich auch für das Rupfblumenorakel, und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags zwischen 12 und 13 Uhr gepflückt wurden, dem gelingt jede wichtige Arbeit.

In der Naturheilkunde verwendet man das Gänseblümchen schon sehr lange gegen hohen Blutdruck, Verstopfung, Leber- und Nierenleiden, Gicht, Rheuma und auch bei Hautkrankheiten soll es helfen.

Das Gänseblümchen kommt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet (dort hat es auch noch nähere Verwandte) und hat sich mit der menschlichen Weidewirtschaft über fast ganz Europa verbreitet; in jüngerer Zeit gelangte es auch noch weiter nach Asien und Amerika. Seit dem 15. Jahrhundert wurde das Gänseblümchen in Großbritannien regelrecht als Kulturpflanze in Gärten gezogen und als Salat- und Suppenkraut verwendet.

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Gundermann
(Glechoma hederacea)

Donnerrebe · Engelskraut · Erdefeu · Gewitterblume · Guck-durch-den-Zaun · Gundelrebe · Heckenmädchen · Heilrauf · Heilreif · Huderich · Soldatenpetersilie · Steinumwickler · Totenkraut · Wildes Katzenkraut

Schon an den vielen volkstümlichen Namen kann man erkennen, wie bekannt diese Pflanze ist. Im alten germanischen Glauben gehörte Gundermann dem Donnergott Thor. Deswegen glaubte man auch später noch, die Pflanze könne vor Gewitter und Blitzschlag schützen. Im Mittelalter verwendete man die Pflanze als Schutz gegen Hexen und schwarze Magie, besonders beim Melken von Kühen. Mit einem Blumenkranz aus Gundermannpflanzen auf dem Kopf, die man in der Nacht zum 1. Mai pflücken musste, konnte man Hexen an ihrem Blick erkennen. Auch sollte ein Zweig der Pflanze, den man bei sich trug, einen davor beschützen, von Feen geraubt zu werden.

Hildegard von Bingen empfahl das Kraut in heißen Umschlagen gegen Ohrenentzündungen und Ohrensausen oder, auf Rücken und Schenkel gelegt, sollte es den Frauen die Geburt erleichtern. In der Volksmedizin verwendet man Gundermann als Tee bei Magenleiden und Durchfall, bei Erkältungen, zum Gurgeln bei Halsschmerzen und als Wundumschlag. Er soll auch bei Blasen-, Milz-, Nieren- und Leberleiden helfen, weswegen man ihn "Steinumwickler" nennt.

Man kann Gundermann auch einfach essen: im Frühjahr wie Spinat zubereitet oder in einer Kräutersuppe, auch im feingehackt im Salat. In England hat man Gundermann früher übrigens statt Hopfen zum Bierbrauen verwendet. Das daraus gebraute Bier soll, anders als das aus Hopfen gebraute, nicht müde machen sondern unternehmungslustig und agil.

Gundermann ist in Mitteleuropa und Westasien beheimatet. Er wächst an feuchten Stellen in Zäunen und Hecken, in Laubwäldern und Gärten.

Gundermann wächst an Gebüsch- und Heckenstreifen, Zäunen, in Gärten und Laubwäldern, und ist in Mitteleuropa und Westasien heimisch. Die Pflanze braucht reichlich Feuchtigkeit, um gedeihen zu können. Wo es der Pflanze gefällt, wuchert sie gerne. Trotzdem sollte man ihr im Naturgarten einen Platz einräumen, denn Bienen lieben sie sehr. Sie macht sich übrigens ganz gut als Kübelpflanze.

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Johanniskraut
(Hypericum perforatum)

Alfblut · Blutkraut · Hartheu · Herrgottsblut · Hexenkraut · Jageteufel · Johannisblut · Johanniskraut · Mannskraft · Sonnwendkraut · Stolzer Heinrich · Tausendlöcherlkraut · Teufelsflucht · Unserer Frauen Bettstroh

Einige der volkstümlichen Namen zeigen es ganz deutlich: Johanniskraut, so glaubte man früher, schütze Haus und Hof vor Hexen und bösen Geistern, und es würde sogar den Teufel persönlich vertreiben. Deswegen soll dieser die Pflanze aus Wut mit Nadeln zerstochen haben. Und in der Tat sehen die Blätter auch wirklich wie zerstochen aus, wenn man sie gegen das Licht hält.

Der Legende nach stand Johanniskraut unter dem Kreuz und fing einen Tropfen des Blutes Christi auf. Deswegen soll es diesen roten Saft besitzen, der austritt, wenn man die Blätter zerreibt.

Kränze aus Johanniskraut wurden früher über die Hausdächer geworfen und schützte dann vor Teufeln und Dämonen, Blitzschlag und Feuer. Man hängte auch getrocknete Büschel im Hause auf, um diese bei Gewitter zum Schutz vor Blitzschlägen im Herd zu verbrennen. Johanniskraut gehört zu den "Bettstrohkräutern", auf die Gebärende gebettet wurden, um Mutter und Kind vor Krankheit und Verhexung zu schützen. Es musste möglichst in der Johannisnacht (24. Juni) geerntet werden, um seine volle Kraft zu entwickeln.

Seit über 2000 Jahren wird Johanniskraut von Heilkundigen eingesetzt. Wegen der "Löcher" sollte es gegen Stich- und Schussverletzungen, wegen des roten, blutähnlichen Saftes gegen Blutarmut und Menstruationsbeschwerden helfen (Signaturpflanze). Einreibungen mit Johanniskrautöl waren außerdem sehr gebräuchlich bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, Verrenkungen und Nervenschmerzen. Der Tee wurde benutzt bei Wechseljahresbeschwerden, Magenschmerzen, -geschwüren, Gallenbeschwerden und Geburtsschmerzen. Als Antidepressivum verwendet man es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Es soll schwach euphorisierend wirken.

Da sich die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts schlecht in Wasser auflösen, ist es besser, fertige Präparate mit kontrollierten Stoffkonzentrationen zu benutzen. Ein bisschen Vorsicht ist geboten, wenn man Johanniskraut verwenden will. Es enthält einen Inhaltsstoff, der die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Die Haut wird "photosenisbilisiert" und kann unter Sonneneinstrahlung schwere Schäden davon tragen. Also auf keinen Fall Sonnenbäder nehmen!

Johanniskraut ist eine wächst wild an trockenen, warmen Wegrändern, Waldrändern, an Gebüschsäumen, auf lichten Waldwiesen und Brachflächen. Es ist fast in ganz Europa und Westasien verbreitet. Es gibt inzwischen auch Zierformen für den Garten, zu denen sowohl Ziersträucher als auch Stauden gehören. Mit ihren strahlend gelben Blüten bringen sie von Juli bis in den September oder sogar bis in den Oktober hinein Farbe in den Garten. Ihre lange und späte Blütezeit macht sie zudem zu einer wertvollen Bienenweide.Trotz ihrer Blütenfülle sind die Johanniskräuter, zu denen sowohl Ziersträucher als auch Stauden gehören, anspruchslos und wachsen auch auf nährstoffarmen Böden. Viele Johanniskraut- Arten fühlen sich in der Sonne wohl, einige gedeihen aber auch an lichtarmen Standorten. Johanniskräuter sind anspruchslos und benötigen keine besondere Pflege. Sollten die Triebe im Winter unter der Kälte gelitten haben, können sie problemlos im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden. Die Blüten bilden sich an den neuen Trieben und ein starker Rückschnitt bis in Bodennähe fördert sogar die Blütenbildung.

Informationen über die Heilwirkungen von Johanniskraut findest du hier:
http://home.germany.net/101-68753/krsteuer.htm (externer Link)

Informationen über Johanniskraut als Antidepressivum gibt es hier: http://www.awl.ch/heilpflanzen/aktuell/Johanniskraut_2/index.htm (externer Link).

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Klee
(Trifolium pratense)

Fleischklee · Honigblume · Hummelklee · Rotklee

Der weithin verbreitete Schmetterlingsblütler kommt im Sommer und im Herbst zur Blüte. Vermeintlich mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, kam er zum Beispiel in Liebeszaubern zur Anwendung, wurde bei Fruchtbarkeitsriten verwendet und half bei der Erkennung von Hexen. Weiterhin sollte er dem Träger Hellsichtigkeit verleihen (ein Brei aus zerstampften Kleeblüten konnte dem Anwender auch zu Feensicht verhelfen). Das Haus konnte man gegen Hexen und Dämonen schützen, wenn man Essig versprenkelte, in dem Rotklee angesetzt war. Besonders glückverheißend ist es immer noch, wenn man eines der seltenen, vierblättrigen Kleeblätter findet.

In der Volksmedizin wurde Klee bei Grauem Star, Durchfall und Geschwüren, Pilzbefall, Geschlechtskrankheiten, Bronchitis und Magenkartarrh eingesetzt. Außerdem soll der Tee nervenberuhigend und blutreinigend wirken.

Neuere Forschungen zeigen, dass Klee viele Inhaltsstoffe hat, deren Wirkungsweise noch nicht vollständig geklärt ist. So bildet er anscheinend manchmal Stoffe aus, die bei Kühen empfängnisverhütend wirken. Ferner sollen bestimmte Inhaltsstoffe der Blüten Tumorwachstum einschränken können.

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Knoblauch
(Allium sativum )

Gruserich · Knobel · Knobi · Knoblich · Knoblech · Knoblecht · Knobleig · Knoflak · Knofel · Knuflak · Look · Neidstern

In früheren Zeiten galt Knoblauch als starkes Abwehrmittel gegen Hexen (in der Odyssee des Odysseus verwendet dieser auf Hermes Geheiß Knoblauch, um dem Schweinezauber der Circe zu entgehen), Zauber und böse Geister. Schon im alten China sollte er den bösen Blick abwehren. Angeschnittener Knoblauch wird schwarz, weswegen man glaubte, Knoblauch würde quasi das Böse aufsaugen. Im Mittelalter trugen ihn Seeleute bei sich, Kindern hängte man Knoblauchzehen um den Hals oder an die Wiege, Knoblauchknollen wurden als Ketten in den Häusern aufgehängt, ja, die Menschen rieben sich sogar mit Knoblauch ein, damit sie vor Geistern und Dämonen geschützt seien. Wie stark dieser Glaube an die okkulten Kräfte des Knoblauchs war, zeigt sich noch heute in den Gruselfilmen, wo er DAS Mittel zum Vertreiben von Vampiren ist. Böswillige behaupten heute, dass man mit Knoblauch auch gute Effekte erzielt, wenn man in vollbesetzten Bussen und Bahnen einen Sitzplatz haben möchte ...

Auch in der Heilkunde wurde Knoblauch schon seit langer Zeit eingesetzt. Den ägyptischen Arbeitern beim Pyramidenbau sollte Knoblauch besondere Kraft und Stärke verleihen, weswegen ihnen täglich eine Ration davon zustand. Bereits im alten China benutzte man ihn gegen Husten und Asthma sowie gegen Darmparasiten. Die Römer verwendeten ihn zusätzlich gegen Schlangen- und Mäusebisse und als Aphrodisiakum, dewegen nennt man ihn manchmal das "antike Viagra". Im Mittelalter sollte er gegen Pest, Tollwut und Augenleiden helfen.

Noch heute zählt Knoblauch zu den wertvollsten natürlichen Arzneimitteln. Für den Knoblauch gelten u.a. die antibakterielle, antimykotische und lipidsenkende Wirkung als belegt. Außerdem sind die Hemmung der Thrombozytenaggregation und ein Verlängerung der Blutgerinnungszeit bekannt. Bei genügend hoher Dosierung und regelmäßiger Einnahme hilft Knoblauch bei der Vorbeugung arteriosklerotischer Prozesse. Allgemein kann man von einem Mittel zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sprechen.

Doch am bekanntesten ist Knoblauch wohl als Würzkraut. Es wird fast überall auf der Welt in der Küche verwendet. Nur in Deutschland tat man sich lange Zeit sehr schwer damit.

Der Knoblauch kommt ursprünglich aus Zentralasien. Er gehört in die Familie der Liliengewächse und ist eine der ersten Kulturpflanzen überhaupt, seine "Zähmung" datiert wahrscheinlich wenigstens bis 3200 v. Chr. zurück, daher auch der Zusatz im lateinischen Namen ("sativum" = lat. "angebaut"). Moderne Züchtungen sind unfruchtbar, deswegen vermehrt man ihn vegetativ. Im Garten braucht man nur die einzelnen Zehen irgendwo in die Erde zu stecken. Am besten gedeiht Knoblauch in voller Sonne.

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Lavendel
(Lavendula angustifolia, bzw. L. offizinalis)

Spicke· Flander· Speick

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Im alten Rom verwendete man ihn, um die Wäsche zu parfumieren, daher kommt auch sein Name Lavendula (von laver = röm. Waschen).

Im Mittelalter streuten die Menschen ihn auf die Böden ihrer Häuser, um diese mit einem frischen Duft zu erfüllen und Ungeziefer zu vertreiben. Er wurde oft als Schutzpflanze neben die Häuser gepflanzt, ist allerdings sonst nicht wirklich als Zauberpflanze bekannt, obwohl es heißt, dass ihr Duft die Liebe anziehen soll.

In der Volksheilkunde wurde Lavendel als Läusemittel verwendet, außerdem sollte er Krämpfe lösen und die Verdauung fördern. Man glaubte auch, dass Lavendel "kuscheyt brenget", also unkeusche Gelüste bremst, weswegen er in den Klostergärten als Muttergottespflanze angebaut wurde. Lavendel sollte auch gegen Seuchen (z. B. Pest) helfen.

Heute existiert eine regelrechte Lavendel-Industrie, das etherische Öl findet Verwendung in Duftlampen, wo es Kopfschmerzen lindern und eine Atmosphäre von Reinheit, Frische und Ordnung hervor bringen soll. Da es leicht antiseptisch wirkt, setzt man es auch ín Reinigungsmitteln ein, und, des Duftes wegen, auch heute noch in Waschmitteln und Kosmetika.

Sein Öl soll gegen Kopfschmerzen helfen, eine Atmosphäre von Reinheit, Frische und Ordnung hervor rufen.

Tipp: Ein paar Tropfen Lavendelöl auf das Kopfkissen
beruhigen und helfen beim Einschlafen.

Im Garten wächst Lavendel am besten auf leichtem, trockenen Boden. Er braucht einen sonnigen Platz und nicht zuviel Dünger, weshalb er eigentlich nicht so gut zu Rosen passt, wo man ihn gerne pflanzt, denn diese haben ja ganz andere Ansprüche. Im Frühjahr stark zurück schneiden, um Wachstum und Blüte zu fördern, dabei aber möglichst nicht ins Holz schneiden.

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Lorbeer
(Laurus nobilis)

Kranzbaum · Siegerbaum

Ursprünglich ist die Pflanze vermutlich in Kleinasien beheimatet (Lorbeer wird schon in 7000 Jahre alten Keilschriften erwähnt!), breitete sich aber frühzeitig über die Mittelmeerländer aus, wo sie in Form von Kränzen Götter, siegreiche Sportler, Feldherren und Poeten schmückte. Bei uns ist Lorbeer nicht winterhart, zählt aber zu den ältesten, bekannten Kübelpflanzen.

Als Zauberpflanze schützte Lorbeer Haus und Heim vor Unheil, Krankheit, Blitzschlag, ja sogar vor dem Teufel selber, weshalb man die Bäumchen gerne links und rechts von der Haustür pflanzte bzw. aufstelllte, so dass jeder, der das Haus betreten wollte, zwischen ihnen hindurch treten musste. Lorbeerblätter in der Tasche sollten den Träger vor dem bösen Blick sowie vor Dämonen und Hexen schützen.

Lorbeeressenzen und -salben werden zur äußerlichen Rheumabehandlung eingesetzt. Lorbeeröl wird äußerlich bei Verstauchungen und Quetschungen verwendet, es hilft dann meist schnell. Bei Säuglingen hilft es äußerlich gegen Blähungen. Lorbeer wirkt antibakteriell, kann aber in größeren Dosen Rauschzustände erzeugen, besonders wenn man es als Tee zu sich nimmt.

Der Lorbeerbaum darf nur mäßig feucht gehalten werden. Wichtig ist aber, daß der Wurzelballen nie trocken wird. Kurzfristig verträgt Lorbeer Frost bis zu -10°C, deswegen nicht zu früh einräumen. Überwintern sollte er hell bei ungefähr 0°C bis 5°C. Anfällig für Schild- und Blattläuse!

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Mohn
(Papaver )

Allerleilustblume · Blutblume · Püppchenblume · Donnerblume · Fallblume

Auch der Mohn ist eine Pflanze, die schon sehr lange von den Menschen genutzt wird. Man hat seine Samenkapseln in den Pyramiden gefunden, aber auch in den Überresten von Pflahlbauten an Seen im westlichen Alpenraum. Die Römer und Griechen haben ihn ebenfalls verwendet.

Wegen seiner feuerroten Blüten war der Klatschmohn in vielen Gegenden Europas als "Donner- oder Gewitterblume" angesehen. Er wurde mancherorts zusammen mit den bereits rund um Johanni gepflückten Sommersonnwendblumen als Schutz vor Blitz- und Hagelschlägen betrachtet.

Noch im 18. Jahrhundert im Westfälischen waren Kinder gehalten, vorsichtig mit dem Mohn umzugehen. Kinder, die mit Klatschmohn in der Hand ins Stolpern gerieten und zu Boden fielen, bekämen später die Fallsucht, hieß es. Im Volksmund wurde der Mohn daher auch "Fallblome" genannt.

Auch allerlei Liebesbräuche ranken sich um den Mohn, denn er war im Alte3rtum der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter geweiht (vermutlich wegen seines Samenreichtums). In der Andreasnacht (30. November) muss man Mohnkörner hinter sich werfen, dann sieht man seinen Liebsten/seine Liebste im Traum. In einigen Gegenden überschüttet man Hochzeitspaare mit Mohnblumen, als Symbol für Fruchtbarkeit und Liebe. In Bulgarien heißt die Braut "Bulka", was auch gleichzeitig "Klatschmohn" bedeutet.

Andererseits sagte man dem Mohn, vermutlich wegen seiner raschen Vergänglichkeit, auch nach, er brächte Unglück. Deswegen durfte man ihn in manchen Gegenden nicht ins Haus bringen. Der weiße, bittere Milchsaft wies die Pflanze früher manchmal auch als Bringer von Liebesleid aus.

Die Heilkundigen brauten aus Klatschmohnblüten einen Sirup, der gegen Schlaflosigkeit, Husten und Schmerzen wirken sollte. Stärker wirkte "Laudanum", das Morphium enthält, dieser Sirup wurde aber aus den Blüten des Schlafmohns hergestellt.

Klatschmohn wächst wild auf Getreidefeldern, Böschungen und Schuttplätzen. Aus Wildpflanze sind viele Züchtungen entstanden, die schönsten tragen den botanischen Namen Papaver rhoeas var. Shirley = Seidenmohn. Da diese Art leicht variiert ist sie sehr formenreich.

Der Anbau von Papaver somniferum ist in Deutschland auch in Zierformen genehmigungspflichtig (formloser Antrag an: Bundes-Opiumstelle, Friedrich Ebert Allee 38, 58113 Bonn, Tel. 0228-2075119). Einjähriger Mohn liebt durchlässige Böden und sonnige Standorte. Er kann von März bis Mai oder im Herbst direkt ins Freiland gesät werden.

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Rose
(Rosa ssp.)

Rosa canina: Hundsrose · Rosendorn · Hagrose · Wildrose

Keine andere Pflanze besitzt größeren Symbolcharakter als die Rose, die als die älteste und traditionsreichste Kulturpflanze der Menschheit gilt. Ihr Name kommt in allen Sprachen dieser Welt vor und fehlt eigentlich nur in der der Innuit im hohen Norden.

Geburtsstätte der Rosen, so wird vermutet, sind die mittel-und südwestasiatischen Gebirge, in Amerika entdeckte man Versteinerungen von Rosen, deren Alter auf 32 Millionen Jahre geschätzt wird. Die älteste bekannte Abbildung einer Rose ist 4000 Jahre alt und auf einer sumerischen Tontafel zu finden. Sie wuchs in den Gärten der chinesischen Kaiser und in denen der Pharaonen des alten Ägypten. Die Phönizier und die alten Griechen handelten bereits mit Rosenwasser, und auch im alten Kreta waren Rosen bekannt.

Bei den Germanen war die Rose der Liebessgöttin Freya geweiht.
Deshalb pflanzte man Heckenrosen an die heiligen Plätze. Wie bei den alten Griechen, wo Rosen der Liebesgöttin Aphrodite zugehörig waren, wurde die Rose in vielen Kulturen mit der Liebe in Verbindung gebracht.

Aber die Rose war auch dem Dionysos geweiht und erscheint daher als Schmuck der grandiosen Gastmähler der Römer, bei denen in den Brunnen Rosenwasser geflossen sein soll und Unmengen Rosenblätter verstreut wurden, man glaubte nämlich, Rosen wären gut gegen Trunkenheit.

Im körperfeindlichen Christentum tat man sich zunächst schwer mit dieser Blume, die man als Symbol für Verschwendung und Ausschweifung ansah. Doch schließlich bekam die Rose auch im Christentum einen festen Platz in der Inkonographie als Sinnbild für die Gottesmutter Maria (» Maria im Rosenhag). Die herrlichen Fensterrosetten und die Rosenkränze sind aus der katholischen Kirche nicht mehr weg zu denken. Die Rose wurde umgedeutet in ein Symbol der Reinheit und Jungfräulichkeit, der Mutterschaft, Wiedergeburt und Fruchtbarkeit. Statt der körperlichen Liebe sollte sie nun die göttliche verkörpern.

Doch der ursprüngliche Aspekt der Symbolik blieb doch immer noch erhalten, so sind die Ausdrücke "Röslein brechen " und "In die Rosen gehen" sind seit langem Chiffren für die körperliche Liebe, aber auch für den gewaltsamen Raub der Unschuld, und "Rosenviertel", "Rosengasse" und ähnliche Namen bezeichnen keine blumigen Gegenden, sondern Stadtviertel, in denen die Prostitution betrieben wird.

Im Mittelalter wurden den Rosen allerhand wundertätige Kräfte zugeschrieben, viele davon haben, wen wundert es, mit der Liebe zu tun:

In England pflückten die Mädchen am Sonnenwendtag eine Rose, diese wurde bis Weihnachten aufbewahrt und dann zum Kirchgang angesteckt. Der zukünftige Ehemann sollte dann kommen und dem Mädchen die Blüte von der Brust pflücken.

In Persien hieß es, ein Mädchen könne den verlorenen Liebhaber zurück gewinnen, wenn sie sein Hemd in Rosenwasser auskochte.

Rosenblätter waren natürlich auch Bestandteil vieler Liebestränke, und Rosen, als Amulett getragen, sollten je nach Farbe leidenschaftliche, wahre, zärtliche Liebe oder Eifersucht wecken.

Rote Rosen im Garten, drei an der Zahl, schützten das Heim vor üblem Gesindel, Rosenknospen konnten Glück, Schutz und Glück herbei zaubern und sollte mediale Kräfte wecken.

Die ersten Rosenblüten des Jahres schützten angelblich zuverlässig gegen Gürtelrose, wenn man sie verzehrte.

Der durch die Rosengallwespe verursachte Rosenschwamm, auch "Schlafapfel" genannt, sollte, unter das Kopfkissen gelegt, einen tiefen Schlaf bewirken. Außerdem sollten sie Kinder vor Behexung und Krämpfen schützen.

Weiße Wildrosen sollten Hexen enttarnen können, wenn diese die Zweige berührten. Auch Werwölfe würden durch sie ihr Fell verlieren.

Unsere heimische Wildrose heißt übrigens deswegen Hundsrose, weil sie den Biss tollwütiger Hunde heilen sollte.

Hagebutten sollten vor Krankheit, Unfällen, Blitz und Unwetter schützen.

Auch als Heilpflanzen werden Rosen schon seit ewigen Zeiten benutzt. Rosen und Hagebutten halfen gegen Magenbeschwerden (Hagebuttenmark), und Hautentzündungen. Sie wurde bei Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Migräne (als Umschlag von roten Rosenblättern mit Essig), Leberstauung, schlechter Durchblutung, Fieber, Pest, Hautleiden und bei einigen anderen Krankheiten eingesetzt.

Tipp: Bei Insektenstichen sofort ein zerriebenes Rosenblatt als Kompresse auflegen.

Die aphrodisische Wirkung der Rose muss man nach neueren Forschungen vermutlich doch ins Reich der Legende verweisen, doch wirkt der Rosenduft beruhigend und ausgleichend auf das Gemüt und schafft eine ausgleichende und inspirierende Atmosphäre. Und damit lässt sich doch auch etwas anfangen ;o)

Das Öl wirkt, weit profaner, auch gegen Leber- und Gallenprobleme und Herpes, und wird (die alten Römer hatten vielleicht doch Recht!) gegen den Alkoholkater und einen "Schweren Kopf" eingesetzt.

Das echte Rosenöl ist allerdings sehr teuer, deswegen verwendet man statt seiner oft auch das preiswertere Rosenwasser:

Bei entzündeter und geröteter Mundschleimhaut oder Aphten hilft eine Gurgellösung mit Rosenwasser. Dafür gibst du 15-20 Tropfen Rosenwasser auf ein Glas Wasser.

Bei Ekzemen, Gürtelrose oder Herpesinfektionen wirken Rosenwasser-Kompressen oder Auflagen kühlend und beruhigend.


Bei Herpes darf das ätherische Rosenöl ausnahmsweise direkt auf die Bläschen aufgetragen werden.

Umschläge und Brustwickel mit körperwarmem, etwa 10%igem Rosenwasser sind wunderbar beruhigend für Herz und Nerven.

Im Garten benötigen die meisten Rosen einen sonnigen, freien Platz.

Informationen über Rosen im Garten findest du auf der Homepage von Horst Hilscher: http://www.roselover.de/ (externer Link)

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Rosmarin
(Rosmarinus officinalis)

Brautkraut · Hochzeitsblümchen · Hochzeitskraut · , Kranzenkrau · , Marienkraut · Meertau · Weihrauchkraut

Rosmarin zählt ebenfalls mit zu den ältesten Pflanzen, die die Menschen in Küche, Heilkunde und Magie gebrauchten. Traditionell bringt man ihn in Verbindung mit Erinnerungen und Gedenken, er spielte eine wichtige Rolle bei allen wichtigen Ereignissen im Leben eines Menschen: In die Wiege gelegt, schützte er Babys vor schlechten Einflüssen, bei Hochzeiten flochten ihn die Bräute in ihre Kränze als Liebes- und Treuesymbol, den Toten wurde er auf die Gräber der Toten gepflanzt zum Gedenken. Er galt auch als Wohnort für Feen und Elfen.

In der Antike verwendete man Rosmarin, um das Gedächtnis anzuregen und zu stärken. Die Studenten trugen ihn bei Examen als Kränze auf dem Kopf.

Im Mittelalter befestigte man Rosmarinzweige an der Haustür, um böse Geister, Diebe und Krankheiten fern zu halten. Ein Rosmarinzweig im Knopfloch schützte auch Reisende vor dem bösen Blick und brachte ganz allgemein Glück. Ein blühender Rosmarinzweig sollte einen Mann, der damit berührt wird, dazu bringen, sich zu verlieben und sich zu verheiraten. Die Nadeln wurden Liebestränken beigemischt und unter das Kopfkissen gelegt, um Albträume zu vertreiben.

In der Heilkunde benutzte man Rosmarin schon früh als Antiseptikum, außerdem soll er das Gehirn anregen, die Verdauung unterstützen, Kopfschmerzen und körperliche Müdigkeit bekämpfen. Er pflegt Haut und Haare und soll sogar nachlassenden Haarwuchs wieder anregen.

Rosmarin war übrigens Bestandteil des berühmten "Ungarischen Wassers" der Königin Elisabeth von Ungarn, mit dessen Hilfe sie ihre Schönheit erhalten haben soll, bis sie weit über 80 Jahre zählte.

Tipp: Wenn du dich abgespannt und müde fühlst, massiere ein paar Tropfen Rosmarinöl in die Schläfen

Bei uns ist Rosmarin nicht ganz winterhart, deswegen hält man ihn hier lieber im Kübel. Milden Frost verträgt er gut, deswegen nicht zu früh einräumen. Hell und frostfrei überwintern, aber nicht im Wohnzimmer! Auch im Winterquartier immer wieder begießen!.

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Waldmeister
(Galium odoratum)


Duftlabkraut · Waldmannstee · Gliederkraut · Maikraut

Waldmeister, so meinte man früher, würde Hexen vertreiben.

Als Heilkraut wirkt Waldmeister krampflösend und beruhigend. Sein Duft vertreibt Motten.

Im Garten kann man ihn als Bodendecker unter Laubbäumen anpflanzen, wo er sogar bedingt trittfest ist. Er braucht lockeren, feuchten, humosen Boden.

Bekannt ist er als Bestandteil der Maibowle. Durch seinen Gehalt an Cumarin kann er aber Kopfschmerzen und Benommenheit verursachen. Deswegen solltest du nicht mehr als 3 Pflanzen pro Liter verwenden.

Ein Rezept für Maibowle gibt es hier:
http://www.hr-online.de/fs/hac/rezepte_az/hac26/hac26-09.html (externer Link)

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