
Viele
Namen trägt diese hübsche Frühlingsblume, man nennt sie auch:
Augenkraut,
Faltrianblume, Frauenträne, Lilie des Tales (lily of the valley), Maiblume,
Maililie, Maischelle, Mairöschen, Marienglöckchen, Marienträne,
Niesekraut, Springauf, Talblume und Zauke.
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Eine
Legende erzählt, wie die Maiglöcken aus den Tränen entsanden, die
Maria unter dem Kreuz vergossen hat.

Originalbild von Dirk Bouts
Nach
einer Legende aus Frankreich entstanden die Maiglöcken aber aus dem Blut
eines Heiligen namens Saint Leonard, das er beim Kampf gegen einen schrecklichen
Drachen verlor, bevor der Drache besiegt wurde.
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Maiglöckchen
sind Marienblumen, vermutlich ist das aber ein mittelalterliches Missverständnis,
denn man brachte die Blume irrtümlich mit der "Lilie des Tales"
in Verbindung, die im Hohelied Salomos erwähnt wird. Dieses wird in der Kirche
oft auf Maria bezogen. "Lilie des Tales", Lily of the valley, so heißen
die Maiglöckchen tatsächlich in England. Vermutlich handelt es sich
im Hohelied aber wohl doch eher um wirkliche Lilien.
Die
weiße Farbe der Maiglöckchen symbolisiert die Unschuld und Reinheit,
es steht für Demut und Bescheidenheit. Von daher passt es schon zu Maria,
der bescheidenen, "reinen Magd" und der Hoffnungsträgerin.
Weltlich
stehen Meiglöckchen für erwachende Liebe, ihre grünen Blätter
für Hoffnung. Mit diesem Symbolgehalt findet man die Maiglöckchen oft
in Brautsträußen.
Aber
auf alten Bildern sieht man sie auch in den Händen sterbender Märtyrer,
denn sie stehen auch für tödliches Schicksal.
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Maiglöckchen
sollen ursprünglich nur in Europa vorgekommen sein, inzwischen gibt es sie
aber auch in Asien und Amerika.
Sie
wachsen gerne in lichten Buchenwäldern, an Stellen, die im Frühling
noch Sonne bekommen.
Maiglöckchen
stehen unter Naturschutz.
Das Ausgraben und Pflücken der Pflanzen
in freier Natur ist verboten!
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Niemand
weiß , wann das Maiglöckchen seinen Siegeszug in die Gärten angetreten
hat. Nicht aufgeführt war es im "Capitulare vilis", der Landgüterverordnung
Karls des Großen, und auch in den damals tonangebenden Klostergärten
wurde es nicht angebaut.
In
den Gartenbüchern des 16., 17., und 18. Jahrhunderts wird es allerdings schon
als selbstverständliche Gartenpflanze erwähnt und auch als Arzneipflanze
aufgeführt.
Es liebt warmen, humusreichen Boden und Halbschatten. In ausreichend feuchtem
Boden gedeiht es auch in der Sonne. Am besten pflanzt man Maiglöckchen unter
Sträucher und Bäume, an Stellen, wo sie sich ausbreiten und verwildern
können. Sie bilden am richtigen Standort rasch dichte Teppiche. Wo sie sich
eingewöhnt habwen, überwuchern sie rasch andere Pflanzen. Deshalb sollte
man als Partner ausreichend konkurrenzstarke Stauden wählen, die sich nicht
durch das Maiglöckchen verdrängen lassen, z. B. Funkien (Hosta), Bergenien,
Farne und das Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna). Maiglöckchen
sind vollkommen winterhart und sogar bedingt trittfest..
Die
Vermehrung erfolgt am besten durch Teilung der Rhizome, die im Herbst oder jetzt
im Frühjahr flach eingepflanzt werden. Wichtig zu wissen ist, dass nur dreijährige
Sprosse blühen. Als "Eiskeime" zur Zimmerkultur angebotene Maiglöckchen
sind später im Garten längere Zeit weniger blühfreudig.
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Man
kann Maiglöckchensträuße das ganze Jahr über in Blumenläden
bekommen. Sie halten leider nicht sehr lange, auch wenn man sie pfleglich behandelt
(unter 1 Woche). Wenn man sie frisch pflückt, sollte man die Stiele nicht
abschneiden sondern zupfen. Veilchen sollen schneller verblühen, wenn sie
mit Maiglöckchen zusammen in einer Vase stehen.
Tips,
wie Schnittblumen länger halten, gibt es hier:
http://www.wdr.de/tv/ardheim/tips/blumen/strauss/lang.phtm
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Maiglöckchen
enthalten in allen Pflanzenteilen stark herzwirksame Glycoside (wie Fingerhut),
die in hoher Dosierung zum Tode führen, und Stereoidsaponine, welche
Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Die
Gifte werden allerdings nicht gut vom Körper aufgenommen, so dass nur die
Einnahme einer größeren Menge von Pflanzenteilen wirklich ernsthafte
Vergiftungen hervorruft. Diese Art von Giften löst sich nur sehr schwer in
Wasser auf, deswegen ist, entgegen anders lautender Behauptungen, das Blumenwasser
von Maiglöckchen nicht giftig. Dennoch sollte man es nicht undbedingt auf
einen Versuch ankommen lassen.
Achtung:
Verwechslungsgefahr mit Bärlauch!
Maiglöckchenblätter
haben viel Ähnlichkeit mit den Blättern des Bärlauchs, der im Frühjahr
gerne für Wildkräutergerichte gesammelt wird. Eine Geruchsprobe schafft
Klarheit: Die Maiglöckenblätter riechen nicht, wie Bärlauchblätter,
nach Knoblauch!
Bei
Verdacht auf Vergiftung:
Giftnotrufzentralen:
http://www.berlin.de/Land/SenArbSozFrau/BBGes/itox/giftnotruf/d-zentr.htm
Eine
medizinische Betreuung ist unbedingt notwendig!
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Wie
bei vielen Arzneipflanzen haben die Gifte, richtig dosiert, auch positive Wirkungen.
Schon
im Mittelalter wurden den Maiglöckchen Heilwirkungen zugeschrieben: In Otto
Brunfels' Kräuterbuch von 1531 ist zm Besipiel zu lesen: "Meyenblümeleinwasser
stercket das Hyrn, die synne und das hertz, vertreibet das Zyttern, die hände
und arme damit gerieben." Und Hieronymus Bock empfielt "Meyenblumen"
bei Schwindel, Fallsucht und Augenleiden. Nach Tabernaemontanus sollen sie bei
Entzündungen und Geschwüren, Ohnmacht und verlorener Sprache und bei
Gicht helfen.
Als
Schnupftaback noch beliebt war, kamen die getrockneten und zerriebenen Blüten
in den "Schneeberger Schnupftaback", der "das Gehirn reinigen"
sollte.
Man
glaubte auch, wenn man sich mit den Blättern das Gesicht abrieb, würde
das Sommersprossen vertreiben und eine helle Haut machen. Darauf bezieht sich
das obige Gedicht von Ludwig Uhland.
Wieder
aktuell wurden Maiglöckchen als Heilpflanze, als man im vorigen Jahrhundert
die Glykoside als Grundstoffe für Heilmittel entdeckt wurden. Da der Gehalt
an diesen Stoffen in den Maiglöckchen nicht gleichbleibend ist, zieht man
aber inzwischen Fingerhut als Arzneipflanze vor.
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Der
süße Duft des Maiglöckchens ist wohl jedem bekannt. Früher
hieß es, durch ihn würden die Nachtigallen aus den Hecken und Büschen
gelockt und dazu gebracht, sich einen Gefährten zu erwählen.

In
der Blüte befinden sich die Duftstoffe als etherische Öle, die sich
rasch verflüchtigen und dabei den Wohlgeruch erzeugen. Ihnen liegen komplexe
Strukturen zu Grunde, die aus vielen Einzelkomponenten gebildet werden und durch
ihre Kombination den arteigenen Geruchseindruck ergeben.
Man
gewinnt die etherischen Öle durch Pressen, Destillation Extraktion und kann
sie dann für Parfumkompositionen verwenden. Um die Jahrhundertwende war Maiglöckchenduft
als Parfum sehr beliebt, Kaiserin Josephine hat ihn gerne benutzt. Nachdem er
einige Zeit ziemlich aus der Mode gekommen war, steht er in der Hitliste der Parfumeure
heute wieder ziemlich weit oben und ist Teil vieler moderner Parfumkreationen.
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Parfums
mit Maiglöckenduft: