Verbreitung:
Maikäfer
findet man in ganz Mitteleuropa. Sie leben vor allem an Waldrändern und in
Laubwäldern.
Aussehen:
Jeder
kennt wohl den großen braunen Käfer, Brust und Kopf sind schwarz, und
er hat am Hinterleib ein charakteristisches Muster in Schwarz-Weiß.
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Entwicklung:

Ein
Großteil seines Lebens verbringt der Maikäfer als Larve in der Erde.
Engerlinge nennt man die dicken weißen Würmer. Sie ernähren sich
von Wurzeln und sind nach 4 Jahren ungefähr 6 cm lang. Im August verpuppen
sie sich, nach 4 bis 8 Wochen schlüpfen die Maikäfer, die den Winter
noch in der Erde verbringen und erst im Frühjahr des 5. Jahres heraus kommen.
In
manchen Jahren schwärmen die Käfer zu Hunderttausenden aus, um sich
zu paaren und Eier zu legen. Sie haben dafür wenig Zeit, denn die erwachsenen
Tiere leben nur wenige Tage.
Die
Weibchen legen ihre Eier in die Erde, in Gruppen von etwa 20 bis 40 Stück
ungefähr 20 cm tief. Jedes Weibchen legt insgesamt ungefähr 60 bis 80
Eier.
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Maikäfer
als Landplage
Früher
galten Maikäfer als regelrechte Landplage. Er wurde gejagt, die Bauern führten
einen regelrechten Krieg dagegen. Kinder wurden ausgesandt, die braunen Tiere
von den Bäumen zu schütteln und kassierten Pfennigprämien. Die
Käfer wurden dann an Hühner, Schweine und Fische verfüttert, oder
auch mit kochendem Wasser übergossen und vergraben.
Ein
kurioses Urteil erging im Mittelalter: 1320 wurden Maikäfer dazu verurteilt,
innerhalb von 3 Tagen ein bestimmtes, mit Tafeln gekennzeichnetes Feld zu verlassen.
Danach galten sie als vogelfrei und durften bekämpft werden.
Maikäfer
können aber unter Umständen wirklich große Schäden anrichten.
Wenn im Boden viele Engerlinge vorhanden sind, können sie ganze Obstplantagen
oder Schonungen absterben lassen. Die Käfer selber tun sich an Blättern
gütlich, und bei Massenauftreten können sie angeblich in einer Nacht
einen ganzen Baum kahl fressen. Sie bevorzugen Eichenlaub, fressen aber auch die
Blätter von Obstbäumen. Noch vor einigen Jahrzehnten schätzte man
den Schaden durch Engerlinge in Deutschland auf 100 Millionen Goldmark.
Wenn
eine Maikäferplage droht, wird meist eine Sondererlaubnis erteilt, die Engerlinge
mit der chemischen Keule zu bekämpfen. Allerdings werden die Engerlinge dadurch
nur zu 90 % vernichtet, und dabei auch Nützlinge geschädigt. Man versucht
auch, spezielle Pilzsporen oder Neem-Extrakt einzusetzen. Es hilft auch, den Boden
mit engmaschigen Netzen abzudecken, weil die Tiere dann keine Eier ablegen können.
Vor
einiger Zeit dachte man noch, Maikäfer wären am Aussterben, jetzt weiß
man, dass sie in Zyklen auftreten, die drei bis 5 Jahre dauern und regional syncron
ablaufen. Daneben gibt es aber auch 30 - 40 Jahre lange Zyklen in denen plötzlich
Unmengen von Käfern herumschwirren oder aber auch recht selten werden. Die
Ursachen dafür kennt man noch nicht, und die Schwankungen lassen sich auch
noch nicht zuverlässig voraus sagen.
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Kaiser,
Müller, Schornsteinfeger

Die
Kinder waren früher begeisterte Maikäfersammler, sie hielten die Tiere
eine Weile in gelochten Kartons und brachten ihnen Blätter als Nahrung. Die
Maikäfer waren für sie auch eine begehrte Tauschware! Man unterteilte
sie in mehrere Arten:
Die
"Kaiser" kamen am seltensten vor und hatten dementsprechend einen hohen
Sammel- und Tauschwert!
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Maikäfer
als Gourmetspeise
1844
schwärmte ein geheimer Medizinalrat namens Schneider von Maikäfersuppe:
"...wohlschmeckend und mineralstoffreich, ihr Geruch ist angenehm, ihre
Farbe bräunlich."
Wer
probieren möchte, findet hier das Rezept für Maikäferbouillon,
wie sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts in französischen Restaurants angeboten
wurde:
| |

| Zutaten: |
1 Pfund Maikäfer
4 Lot Butter 1 l Hühnerbrühe etwas Kalbsleber Weißbrotscheiben
Schnittlauch | | Zubereitung: | Man
reisse den Käfern Flügeldecken und Beine ab und röste die Körper
in der Butter knusprig. Dann koche man sie in der Hühnerbrühe ab, tue
etwas geschnittene Kalbsleber hinein und serviere das Ganze mit Schnittlauch und
gerösteten Semmel-scheiben. | Na
denn: Guten Appetit! | |  |
Angeblich
schmeckt Maikäfersuppe ähnlich wie Krebssuppe. Auf jeden Fall enthalten
die Käfer jede Menge Mineralstoffe und Eiweiß.
Im
18. und 19. Jahrhundert dienten Maikäfer, roh gegessen, als Aphrodisiakum.
Außerdem wurden sie in Honig eingemacht oder kandiert verspeist.
Die
Fuldaer Zeitung schrieb sogar noch 1925 : "Unsere Studenten essen die
Maikäfer ganz roh, ganz wie sie sind und nicht wenige ohne den geringsten
Nachteil. In vielen Konditoreien sind sie verzuckert zu haben, und man ißt
sie kandiert in Tafeln zum Nachtisch".
Heutzutage
bevorzugen Naschkatzen allerdings vermutlich doch eher Schokolade-Maikäfer!
Allerdings hat Starkoch Vincent Klink sich durchaus schon Gedanken über eine
Vorspeise
aus Maikäfern gemacht...
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Maikäfer
in Voksheilkunde und Wissenschaft
In
der Volksmedizin fanden Maikäfer in folgender Form Verwendung: