Er ist ein wichtiges Utensil bei den Maifeiern. Er wird auch Maien genannt. Mancherorts gibt es einen einzigen Maibaum im Ort, der früher oft irgendwo in der Umgebung auf einem Hügel stand. Woanders gibt es kleine, persönliche Maien in den Gärten. Oft sind dieses auch einfach vorhandene Bäume oder Büsche, die man mit bunten Bändern schmückt. In einigen Gegenden hat man keinen Baum, sondern eine Queste. Diese besteht aus einem hohen Kreuz aus Pfählen, an dem ein grüner Kranz befestigt wird.

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Heidnische Ursprünge?

Lange Zeit glaubte man, das Aufstellen des Maibaumes hätte keltische Wurzeln. Nach neueren Forschungsergebnissen lässt sich diese Vermutung aber nicht wirklich verifizieren.

In den alten Kulturen waren den Menschen Bäume allerdings sehr wichtig. Im Baum sahen sie ein Gleichnis des Lebens und seiner Gesetze. Wir finden den heiligen Baum im archaischen Fruchtbarkeitskult wie in den griechischen Mythen, ja sogar schon in den viel älteren Höhlenbildern. Yggdrasil hieß er bei den alten Germanen.

Mehr über den Baum als Symbol gibt es hier:

http://www.maerchenlexikon.de/archiv/archiv/roehrich01.htm

Aus dem Mittelalter ist überliefert, dass sich Verliebte oder auch befreundete Familien gegenseitig mit jungen Bäumen oder frischen Zweigen als Zeichen der Verbundenheit beschenkten und sich die Menschen bei Frühlings- und anderen Festen gerne unter Bäumen zusammen fanden. Diese waren aber vermutlich meistens fest verwurzelt, wie zum Beispiel die "Tanzlinden", die man in einigen Dörfern noch heute findet. Das sind große, alte Linden, deren Äste man so gezogen hat, dass sie ein Dach bilden. Darunter wird dann ein Tanzboden aufgebaut. Manchmal wurde auch noch auf den Ästen der Linde eine Plattform errichtet für die Musikanten, und ab und zu war diese sogar groß genug für einige Tanzpaare.

Das Bild zeigt eine Tanzlinde, die früher in Ratibor gestanden haben soll. Über die Treppe konnten die Feiernden in den Baum steigen.

Die erste schriftliche Kunde vom Aufrichten eines "echten" Maibaums kommt aus der Gegend von Aachen im Jahr 1225 (wobei der dortige Pfarrer über diese "heidnische" Aktion so erbost war, dass er ihn eigenhändig mit Hilfe einer Axt fällte!). Auch die Waldbesitzer waren verständlicherweise gegen das Maibaumsetzen, denn sie hatten Angst um ihre schönen Bäume. Trotzdem konnte sich der Brauch allmählich durchsetzen.

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Freiheitsbäume

In Revolutionszeiten bekam der Maibaum eine ganz neue Bedeutung als Freiheitsbaum. Die amerikanischen Kolonisten benutzten seit 1775 die Fichte als Freiheitssymbol und setzten sie sogar auf ihre Fahne.

Die Franzosen setzten 1790 in die Ruinen der Bastille Freiheitsbäume, die sich dann als Zeichen der Befreiung vom Joch des Absolutismus im ganzen Land verbreiteten. Diese Freiheitsbäume waren mit Jakobinermützen und Kokarden verziehrt, in manchen hängen auch Fahnen.

Auch in Deutschland wurde der Freiheitsbaum übernommen, nach der gescheiterten Revolution 1848 jedoch wieder aufgegeben.

Die Freiheitsbäume waren damals, genau wie die Maibäume, ein beliebter Treffpunkt für Familien.

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Die Rückkehr der Maibäume

Am Beginn des 19. Jahrhunderts brach in Bayern unter Ludwig I., der dem Brauchtum sehr zugetan war, für den Maibaum ein neues Zeitalter an. Er kam zu patriotischen Ehren und wurde zum Symbol des neuen bayerischen Selbstbewusstseins. Von seiner neuen Rolle zeugten bayerische Wappenschilder und Inschriften sowie die Verwendung der Landesfarben blau und weiß bei der Verzierung.

Gegen Ende des 19 Jahrhunderts wurde der 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterbewegung (siehe unsere Seite Arbeitermai). Es wurden Kundgebungen und Protestmärsche abgehalten für bessere Arbeitsbedingungen und kürzere Arbeitszeiten.

Nach 1930 vereinnahmten die Nationalsozialisten den Maibaum für ihre Propaganda. An jedem Maibaum prankte das Hakenkreuz, und in Berlin ließ Hitler den größten Maibaum der Welt aufstellen.

Nach dem Krieg lebte die Tradition des Maibaumsetzens schnell wieder auf. Bereits am 1. Mai 1946 kam es zu eindrucksvollen Kundgebungen unter dem Maibaum, die sich für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit aussprachen. Zweifellos konnte Deutschland den Maibaum als Symbol für den Neuanfang gebrauchen. Besonders in Nordbayern und Hessen wurde die Sitte des Maibaumsetzens rasch wieder eingeführt. Heute ist die Teilnahme an Maifeiern für die meisten Menschen einfach eine willkommene Gelegenheit zum geselligen Beisamensein und gemeinsamen Feiern.

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Baumsorten:

Für Maibäume verwendet man vor allem Fichten und Birken, doch es gibt auch welche aus Rotdorn. Maibäume sind teuer geworden, und zum Teil werden sie inzwischen mehrere Jahre hintereinander verwendet. Auch einen "künstlichen" Maibaum gibt es bereits: Es ist eine bemalte Stahlstange, auf dem jedes Jahr oben ein kleines Bäumchen als Krone gesteckt wird. Manchmal sind inzwischen sogar auch die Bäumchen und Kränze aus Kunststoff!

Aussehen:

Zunächst naturbelassen: Bis zum 16. Jahrhundert waren die Maibäume noch "naturbelassen" und mit bunten Bändern geschmückt. Irgendwann begann man damit, die Rinde von den Bäumen zu schälen, denn hinter der Rinde sollten sich Hexen und Teufel verbergen können. Vielleicht wurde es aber auch gemacht, damit man den Maibaum leichter erklimmen konnte. Außerdem lässt sich ein entrindeter Stamm natürlich besser bemalen.

Figurenbäume: Erst im 18. Jahrhundert wurden die Bäumevielfach mit Zunftzeichen, Häusern und Kirchen, Handwerkszeugen, Tanzpaaren, Tieren, religiösen Motiven oder patriotischen Emblemen geschmückt. Inzwischen findet man auch Sponsorentäfelchen von Banken und Versicherungen.

Bemalung: Bemalte Maibäume findet man heute hauptsächlich in Bayern. Natürlich hat sie symbolische Bedeutung. Die Spirale in weiß-blau windet sich von oben nach unten und von unten nach oben, von der Erde in den Himmel. Die Rauten stehen für den Mutterschoß der Erde.

Bedeutung:

Der Stamm: Er steht für Kraft und Gesundheit. Manchmal sieht man ihn auch als Phallussymbol.

Die Krone: In der Krone sollen nach alter Deutung die Geister des Frühlings und des Glücks wohnen. Es könnte aber auch sein, dass mit einer schönen Krone nur die Geschicklichkeit der Holzfäller zur Schau gestellt wird, die es geschafft haben, den Baum so zu fällen und ins Dorf zu transportieren, dass die Krone nicht beschädigt wurde.

Kränze: An den Maibäumen hängt oft ein Kranz, manchmal sind es sogar auch mehrere Kränze. Man könnte in ihnen das weibliche Element sehen oder sie könnten auch Fruchtbarkeit und den Kreislauf des Lebens symbolisieren.

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