Hier findest du Informationen zur Walpurgisnacht sowie über Maistreiche und über die Heilige Walburga
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Du
mußt verstehn! Johann Wolfgang von Goethe Das Hexeneinmaleins als mathematisches Rätsel und verschiedene Lösungen dazu [Link]
Man kann das Ganze natürlich auch ein bisschen geheimnisvoller sehen [Link}
Ein Spitzhut mit breiter Krempe, oft potthässlich und alt, und dann rittlings auf dem Reisigbesen unterwegs zum Blocksberg, so ungefähr stellt man sich die Hexen, die in unseren Märchen vorkommen, vor. Doch in alten Zeiten war das ganz anders!
DIE WEISEN FRAUEN Im alten Germanien waren es hoch angesehene Frauen, die weissagen und heilen konnten. Sie wussten Bescheid um die positiven und negativen Wirkungen der Pflanzen, brauten Zaubertränke, die ihnen Macht über Mensch und Tier verliehen. Erst im Mittelalter sprach man ihnen dann auch die Flugfähigkeiten zu, und sie bekamen ihren Besen - vielleicht aus dem aus dem alten Wodanskult (Besen=Blitzsymbol), vielleicht aber auch einfach, weil man glaubte, dass Hexen auf ihrem wilden Flug Haushaltsgegenstände mitrissen.
Übersetzung [RabenLink] Die Merseburger Zaubersprüche mit Bildern bei Wikipedia [Link]
VERTEUFELUNG DURCH DAS CHRISTENTUM Nach dem Sieg Karls "des Großen" über die Sachsen und dem Beginn der christlichen Zwangsmissionierung wurde die "Hagzissa" oder "Hagezussa" (= althochdeutsch: Zaunreiterin, also eine Grenzgängerin zwischen den Welten) zur Hexe. Ihr wurde ein frevelhaftes Bündnis mit dem Teufel angedichtet, und ihre Kenntnisse waren nun nichts als Zauberei und Teufelswerk, die alten Göttern wurden zu Teufeln, und die "heidnischen Feste" verboten.
INQUISITION UND HEXENPROZESSE 1398 erklärte die Theologische Fakultät der Pariser Universität die "Teufelsbündnisse" der Hexen für Tatsache, wenig später kam es in Arras zum ersten blutigen Hexenprozess. Ganz Europa wurde von einem Inquisitionsrausch von nie gekanntem Ausmaßen erfasst. 1484 erschien auf Verannlassung Papst Innozenz VIII. der "Malleus Melefi-carum", der Hexenhammer, über die Vorgehensweise bei Hexenprozessen. Es wurde ein christliches Standartwerk und erschien in 30 (!) Auflagen, die letzte 1669. Die Menschen, die man verdächtigte, Hexen zu sein, wurden furchtbar gefoltert und hatten kaum eine Chance, mit dem Leben davonzukommen, denn nur ihr Tod war vielfach der Beweis für ihre Unschuld. Wenn die Menschen nicht schon bei der Folter umkamen, landeten sie auf dem Scheiterhaufen. Sogar dreijährige Kinder wurden verbrannt! Ungefähr 10 Millionen Menschen, vor allem Frauen, wurden auf diese Weise von der christlichen Kirche ermordet. Den Höhepunkt erreichte die Hexenverfolgung in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, sowohl in protestantischen als auch in katholischen Gegenden. Die Gesetztgebung des aufgeklärten Ablosutismus führte das Ende der Hexenverfolgungen herbei. Aber noch 1782 fanden im deutschen Sprachraum Hexenverbrennungen statt, und 1895 wurde anscheinend in einem offiziellen Kirchenblatt solcher Inquisitoren, die über 100 Ketzer hatten verbrennen lassen, noch in Ehren gedacht! Inzwischen haben die alten, heidnischen Religionen neue Anhänger gefunden. Wicca nennen sich die neuen Hexen, und sie versuchen, im Sinne der alten, vorchristlichen Götter zu leben. Und vielleicht sind ihre Götter und der unsere letztlich nur verschiedene Aspekte ein und derselben göttlichen Macht. Mehr über die Hexenverfolgung [Link]
Beltane, die Nacht zum 1. Mai, war für unsere Vorfahren von besonderer Bedeutung. Es ist die Mitte zwischen Frühlings-Tag-und Nachtgleiche und Sommersonnenwende. Die Natur ist endgültig erwacht aus ihrem Winterschlaf. Ausgelassene Frühlingsfeste wurden gefeiert, und der Lenz mit Liedern, Tänzen und festlichen Reden begrüßt, bei denen auch die weisen Frauen eine wichtige Rolle spielten. Aus dem alten heidnischen Frühlingsfest Beltane wurde im Zuge der Hexenverfolgung von der Kirche ein "Hexensabbat" gemacht. Das ursprünglich heidnisch-muntere Treiben versuchte man unter Androhung von Kirchenstrafen zu unterbinden, indem man Gerüchte über fürchterliche Geschehnisse bei den Feiern in die Welt setzte. So haben sich schließlich die Sagen über die Walpurgisnacht entwickelt. In der Nacht vor dem Walpurgistag sollten sich die Hexen per Besen, Mistgabeln und fliegenden Ziegenböcken auf den Weg zu ihren gruseligen Tanzplätzen machen. Der beliebteste Tanzplatz war zweifellos der Brocken im Harz, auch Blocksberg genannt. Goethe beschrieb in seinem "Faust", wie die Menschen sich das Hexentreiben vorstellten: "...Die
Hexen zu dem Brocken ziehn, Johann Wolfgang von Goethe
Die Angst vor den Hexen wurde systematisch geschürt, und diese Angst drang auch in das Brauchtum ein. Bis in unser Jahrhundert wurden Vorkehrungen getroffen, um die in der Walpurgisnacht zu ihren Tanzplätzen ziehenden Hexen zu verscheuchen und daran zu hindern, auf ihrem Vorbeiflug allerlei Unfug und Schaden anzurichten, bzw. um die im Dorf eventuell vorhandenen Hexen zu vertreiben:
Walpurgis ist, wie kann es auch anders sein bei soviel Hexerei, ein Orakeltag, an dem man aus diversen Dingen seine Zukunft lesen kann. Vielleicht sind das tatsächlich noch Überbleibsel aus vorchristlichen Zeiten, wie so viele alte Bräuche:
Heutzutage werden Hexen kaum noch gefürchtet, schüren die Leute doch inzwischen selber die Walpurgisfeuer. Vor allem im Harz finden an allen Ecken und Enden Walpurgisfeiern statt, dort gibt es sogar einen Walpurgiskalender, der den teilnahmewilligen Touristen den Weg zu den beliebtesten "Hexentanzplätzen" weist. Walpurgis-Veranstaltungen im Harz [Link]
Gerne nutzten die jungen Burschen die Tatsache, dass sich alle Leute in dieser Nacht meist furchtsam hinter dem Ofen verkrochen, zu allerlei Unsinn. Im Hof vergessene Geräte wurden versteckt (und konnten gegen Freibier ausgelöst werden), oder auf einem Dachfirst verfrachtet. Vieles wurde einfach in den Dorfbrunnen geworfen. Noch heute existiert dieser Brauch, jeder hat schon mal Autos gesehen, die mit Klopapier umwickelt wurden, Zahnpastaspuren an Türen, Senf oder Ketchup (vielleicht auch Schlimmeres...) auf Türklinken und ausgehängten Gartentürchen. Unsere Freunde fanden schon des öfteren ihren Mülleimer und Gartenstühle auf dem Garagendach. Man tut also gut daran, seine Sachen in dieser Nacht unter Verschluss zu halten, zumal diese Maistreiche heutzutage leider oftmals in wirkliche Sachbeschädigung ausarten. Vielleicht kommt dieser Brauch aus der Zeit Pippins des Kurzen. 755 hat er nämlich die Waffenschau der Wehrfähigen auf den 1. Mai gelegt. Die jungen Männer nutzten ihren letzten "freien" Abend vor dem Antritt des Militärdienstes zu ausgelassenen Streichen. Belangt konnten sie für ihre Streiche am nächsten Tage nämlich dann nicht mehr. Vielleicht hat sich das bunte Treiben aber auch aus dem Glauben entwickelt, dass Dinge, die in der Mainacht verstellt wurden, Glück bringen sollten. Ein netter Brauch in der Walpurgisnacht war übrigens das Häckselsträuen: dabei wurden geheime Liebschaften aufgedeckt, indem von einem Haus zum anderen eine Spur aus Häckselsträu gelegt wurde.
Walpurga oder Walburga lebte etwa 710 bis 779. Sie wurde in Essex als Königstochter geboren, und die beiden Heiligen Willibald und Wunnibald waren ihre Brüder. Der heilige Bonifatius holte Walpurga als Missionarin nach Deutschland. Sie wurde die Stifterin und Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Heidenheim im Hochstift Eichstätt in Franken. Der Tag ihrer Heiligsprechung ist der 1. Mai. Sie ist eine sehr volkstümliche Heilige und soll gegen Unterleibsleiden, Pest und Augenkrankheiten helfen und ist Patronin der Wöchnerinnen, Bauern und Haustiere. Sie ist in Eichstedt begraben. Eigentlich hat sie wenig zu tun mit der Walpurgisnacht, denn als ihr Todestag gilt der 25. Februar. Allerdings gilt der 1. Mai als Tag ihrer Kanonisation. Ausführliche Geschichte der Heiligen Walburga im Ökumenischen heiligenlexikon [Link]
Einst
setzten sich Idise (zauberstarke Schlachtjungfrauen, verwandt mit den Walküren),
setzten sich hierhin, dorthin und dahin, BILDER: Das Titelbild habe ich von Wikipedia herunter geladen, leider stand kein Künstler dabei, nur ein französischer Titel: "Sabbat des Sorcières". es sei frei zu nutzen, weil der Künstler bereits über 70 Jahre tot sei. Der Holzschnitt "Hexxensabbat" ist von Hans Baldung Grien (1484-1545) Die Heilige Walburga ist Teil eines Altarbildes aus dem 15. Jhdt. Der Hintergrund für den Merseburger zaubspruch stammt von Novacza.
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