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Die
Familie der Rabenfrau Anno 1927 Inhalt:
Ostern
als Familienfest Obwohl
auch heute noch Karfreitag und die Osterfeiertage für viele Christen eine
große religiöse Bedeutung haben, sind die Regeln für das Osterfest
doch jetzt wesentlich gelockert. Die meisten Leute sehen Ostern als Möglichkeit,
Freunde und Familie zu treffen, vielleicht auch in einen Kurzurlaub zu fahren.
Immerhin sind es 4 freie Tage, die einem praktisch "geschenkt" werden,
ohne dass man Urlaub nehmen muss. Wichtig am Osterfest sind gemeinsame Unternehmungen,
wie Ausflüge und Spaziergänge. "Schuld"
an dieser Entwicklung haben vermutlich die Protestanten, die die strengen katholischen
Osterbräuche ablehnten, denn sie begann, als im 19. Jahrhundert der Osterhase
als Eierbringer ins Spiel gebracht wurde. In dieser Zeit erlebte die Familie als
Wert einen gewaltigen Aufschwung. Freunde waren am Osterfest kaum beteiligt, ihnen
ließ man nur Grüße zukommen, was der Grußkartenindustrie
natürlich sehr zugute kam. 
Der
Osterspaziergang Der
traditionelle Spaziergang am Ostermontag mag sich aus der Emmausgeschichte (siehe
Kirchenostern, Ostermontag)
entwickelt haben, vielleicht freut man sich aber auch einfach am Frühling und
genießt die Sonne, die jetzt schon deutlich wärmer scheint. Man geht, möglichst
neu gewandet nach dem Wintergrau, spazieren, um zu sehen und gesehen zu werden.
Ich weiß noch, wie es sich anfühlte, das neue Sonntagskleid, das meine
Oma mir genäht hatte. Auch, wenn es eigentlich noch etwas zu kühl war,
MUSSTE ich einfach Kniestrümpfe dazu anziehen. Jetzt war Frühling angesagt! Goethes
Osterspaziergang findet ihr übrigens bei unseren Ostergedichten. 
Osterspiele  Altes
Foto vom Flohmarkt
Diese
Spiele werden, wenn nicht anders erwähnt, mit hartgekochten Ostereiern oder
mit Schokoladeeiern gespielt. Eierrollen
(draußen): Die Eier werden einen Abhang hinunter gerollt. Wer mit seinem
Ei am weitesten kommt, hat gewonnen. Ich habe gelesen, dass dieses Spiel zu Ostern
ganz offiziell im Park des weißen Hauses in Washington gespielt wird. Eiertitschen
(draußen oder drinnen): Das
ist praktisch ein Murmelspiel, bei dem statt Murmeln Eier verwendet werden. Der
erste Mitspieler rollt sein ein ein Stück weg. Anschließend versuchen
die anderen Spieler nacheinander, mit ihrem eigenen Ei dem ersten Ei am nächsten
zu kommen oder es gar zu treffen. Wer gewinnt, bekommt alle im Spiel befindlichen
Ostereier. "Spicken"
(draußen oder drinnen): Ein Spiel zu zweit: Der Gegner muss eine Münze
auf das hingehaltene Ei werfen. Bleibt die Münze stecken, bekommt er das Ei. Bleibt
die Münze nicht stecken, gehört sie dem Eigentümer des Eis. Eierlaufen
(draußen oder drinnen): Ein Ei wird, auf einem Löffel liegend, um die
Wette über eine Rennstrecke getragen. Die Strecke kann auch Hindernisse aufweisen,
was sich besonders empfiehlt, wenn man drinnen spielt. Hier sollte dann immer
nur ein Teilnehmer laufen und die Zeit mittels Stoppuhr gestoppt werden.Wer als
erster am Ziel ankommt, ohne sein Ei zu verlieren, hat gewonnen. Eierticken
(draußen oder drinnen): Zwei Gegner schlagen die Eier mit den Spitzen
zusammen. Wessen Ei dabei heil bleibt (oder am wenigsten beschädigt ist), bekommt
das Ei des Gegners. Eierpusten
(drinnen): Hierzu
benötigt man ein ausgeblasenes Osterei oder eines aus Plastik. Die Mitspieler
sitzen alle um einen Tisch und legen die Unterarme auf die Tischkante. Das Ei
kommt in die Mitte. Nun fangen alle Spieler gleichzeitig an zu pusten. Dabei müssen
sie versuchen, das Ei an die Unterarme eines anderen Mitspielers heran rollen
zu lassen und es gleichzeitig von den eigenen Unterarmen fern zu halten. Jede
Berührung gibt einen Minuspunkt. Nach einer gewissen Anzahl von Minuspunkten
muss man ausscheiden oder ein österliches Pfand abgeben. Ei
im Salz (drinnen): In
die Mitte des Tisches wird ein kleiner Berg aus Salz aufgehäuft, in dessen
Mitte stellt man aufrecht ein Osterei. Jeder Teilnehmer muss nun nacheinander
mit einem Teelöffel etwas von dem Salz weg nehmen. Wenn das Ei umkippt, ist
das Spiel zu Ende. Der Teilnehmer, der zuletzt Salz fortnahm, muss dann ausscheiden.
Nun wird der Haufen wieder aufgeschichtet und das Ei aufgestellt, und ein neues
Spiel beginnt. Am Ende bleibt so ein Sieger übrig, der das Ei aufessen darf. Osterhasenjagd
(draußen): Ein
Spiel für eine größere Gruppe! Zwei Teilnehmer werden zu Jägern
ernannt, die anderen sind die Hasen und bekommen als Schwanz hinten ein Taschentuch
in die Hose gesteckt, was aber heraus hängen muss. Nun versuchen die Jäger,
soviele Hasen wie möglich zu fangen, indem sie ihnen das Schwänzchen
abreißen. Die gefangenen Hasen müssen entweder ausscheiden oder werden
nun selbst zu Jägern. Der Hase, der am Ende übrig bleibt, ist der Sieger
und bekommt ein Osterei! Küken
im Nest (draußen): Hierzu
braucht man so viele Springseile wie Teilnehmer. Jeder Teilnehmer hockt sich hin
und legt sein Springseil in Kreisform um sich herum, das ist sein Nest. Einer
wird zum Kuckuck ernannt und muss sein Springseilnest abgeben. Nun müssen
die Küken aus ihren Nestern heraus kommen und wild umherlaufen und -springen.
Irgendwann ruft der Kuckuck "Kuckuck, Kuckuck!", und die Küken
hüpfen so schnell wie möglich in irgend eines der Nester. Der Kuckuck
versucht ebenfalls, ein Nest zu ergattern. Wenn er Erfolg hat, wird eines der
Küken leer ausgehen und zum nächsten Kuckuck.
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