Der Osterhase

Der Osterhase ist immer noch das beliebteste Ostersymbol. Wie es dazu kam, und das er nicht der einzige Ostereierbringer ist, erfährst du auf dieser Seite.

Inhalt:

 

Lepus paschalis


"Junger Feldhase" von Albrecht Dürer (1471-1528)

Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? Wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht:
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat's der Has' gebracht.

Eduard Mörike

Die Geschichte des Osterhasen


Alte Postkarte

Die ersten "Haseneier" waren wohl nur einfach bemalte Ostereier mit einem bestimmten Hasenmotiv, das die heilige Dreieinigkeit symbolisieren sollte. Erst als das Osterfest während der Reformation seinen Charakter als hohes Kirchenfest in ein säkularisiertes, bürgerliches Familienfest wechselte, kam das "Gerücht" vom eierlegenden Hasen auf.

Vermutlich ist der "Lepus paschalis" eine "evangelische Erfindung", so wie beispielsweise auch der Adventskranz. Denn Ostereiersuche und somit auch der Osterhase sind zuerst belegt in evangelischen Gebieten und bei evangelischen Autoren, und zwar vorwiegend in den Städten. Den (offenbar besser informierten) Landkinder konnte man die Geschichte vom eierlegenden Hasen wohl nicht so einfach weismachen. Die katholischen Kirchenväter hatten zunächst mal gar nichts übrig für den armen Hasen. Nicht einmal verspeisen sollten Katholiken ihn, denn das sollte sinnlich machen, was damals ja ziemlich verpönt war.

Erste schriftliche Erwähnung findet der Osterhase in der Doktorarbeit eines Heidelberger Arztes aus dem 17. Jahrhundert: " Man macht dabei einfältigen Leuten und kleinen Kindern weis, dass der Osterhase diese Eier ausbrüte und sie im Garten verstecke."

Flächendeckend verbreitet war der "Lepus paschalis" aber erst um 1930, unter anderem "gesponsert" von der aufkommenden Süßwarenindustrie, der mit Schokoladehasen in jeder Form neue Absatzmöglichkeiten erwuchsen. Unterstützt wurde die Angelegenheit durch Kinderbücher, die vermenschlichte Hasenfamilien zeigten, die anscheinend ganzjährig keine anderen Interessen hatten, als Ostereier zu produzieren für brave Kinder. Damals wurde es auch üblich, Freunden Postkarten als Ostergrüße zu schicken, die ebenfalls (ziemlich kitschige) Osterhasen zeigten.

Übrigens: Kaninchen werden sehr oft als Eratz für Oster-Hasen gebraucht. Dabei sind sie in ihrer Lebensweise etwa soweit voneinander entfernt, wie etwa Pferd und Esel. Wildkaninchen sind Gesellschaftstiere und leben in Höhlen. Hasen dagegen haben überhaupt keine Wohnungen, übernachten auf freiem Feld, wo sie auch leben. Hasen sind in menschlicher Pflege wie auch in Zoos sehr selten, während die Kaninchen als Rudeltiere sich leicht zu Haustieren machen lassen, mit den verschiedensten Farbrassen und unterschiedlichen Größen (von Fleisch- bis zum Zwergkaninchen). Während Kaninchen in Wohnhöhlen geboren werden, setzt die Häsin ihre Jungen, die "tarnfarbig" gefärbt sind, im freien Feld ab.

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Und wieso ausgerechnet der Hase?


Alte Postkarte

Wieso aber ist man ausgerechnet auf den Hasen als Eierbringer verfallen? Eine Theorie besagt, der erste Osterhase sei ein missglücktes Ostergebildbrot gewesen, das eigentlich ein Lamm hätte darstellen sollen. Das ist aber auch keine Erklärung für die Eigenschaft als Eierbringer und auch nicht seinen Siegeszug.

Vielleicht haben einfach praktische Beobachtungen dazu geführt? Um diese Jahreszeit kann man auf den Feldern immer viele Hasen beobachten, die scheinbar ziellos herum laufen. Vielleicht haben Eltern diese Beobachtungen als Grundlage genommen für die Mär vom Osterhasen.

Ein Fruchtbarkeitssymbol war der Hase ja schon in alten Zeiten wegen seiner ausgedehnten Liebeswerbung und der "Vermehrung wie die Hasen", somit passt er ja auch ganz gut zum Fruchtbarkeitssymbol "Ei".

Im alten Ägypten waren ihm wegen seiner Wachsamkeit und Schnelligkeit sogar göttliche Eigenschaften zugeschrieben. Hier bei uns soll er einer Göttin namens "Ostara" zugeordnet gewesen sein. Ursprünglich, so heißt es in einer alten Legende, sei der Hase ein Vogel gewesen, den die Göttin gefunden habe, flugunfähig und mit erfrorenen Flügeln. Um ihn zu retten, habe sie ihn in seine jetzige Form verwandelt. Aus Dankbarkeit soll er in der Frühlingszeit immer noch Eier für sie und die Menschen legen.

Jedenfalls ist der Hase als österlicher Eierbringer kaum noch wegzudenken, er ist geradezu DAS Ostersymbol geworden. Es gibt inzwischen sogar ein Osterhasenmuseum, undzwar in 80331 München, Westenriederstr. 41. Dort gibt es Informationen über den Osterhasen und Osterbräuche. Im Internet findet ihr es hier:

http://www.osterhasen-museum.de/fr/index.html

Wie der Osterhase in anderen Sprachen heißt, findet ihr hier:

http://www.greenpeace.de/GP_DOK_30/KIDS/BILDSEIT/KBOSTER6.HTM

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Andere Eierbringer

Inzwischen ist es eigentlich fast überall der Osterhase, der an Ostern die Eier verteilt. Aber daneben sind in einigen Gegenden auch andere Tiere dafür zuständig: Der Hahn in Schleswig-Holstein, Östereich und in Oberbayern, in Tirol die Osterhenne, in Oberbayern manchmal das Osterlamm, in Thüringen ist der Storch, und in der Schweiz vereinzelt der Kuckuck. In Hannover hieß es früher, der Fuchs brächte die Eier, und in Vorarlberg war es sogar der Nikolaus. In Kärnten und in den Vogesen reisen die Glocken am Karfreitag nach Rom, um die ostereier abzuholen. Wenn sie am Ostersamstag zurück kehren, werfen sie sie ins Gras, wo sie die Kinder dann am anderen Morgen suchen müssen.

Informationen darüber, wie in anderen Ländern Ostern gefeiert wird, findet ihr hier:

http://frankfurt-interaktiv.de/ostern/ostern_weltweit.htm

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Das Osterlamm


Jakopo Basano (ca. 1515 - 1592)
"Schaf mit Lamm"

 

Die Juden schlachteten und aßen schon in alter Zeit am Passahfest ein Lamm zu Ehren Gottes. Auch im alten Testament ist das Lamm ein Opfertier, Symbol für Frieden, Reinheit und Ergebung in das Schicksal. In der katholischen Kirche wird auch Jesus als Lamm Gottes bezeichnet. Das Osterlamm wird daher mit Siegesbanner und oft auch mit Wundmalen dargestellt.

Heute findet man das Osterlamm meistens auf der Speisekarte, als Kuchenlamm, komplett mit Siegesfahne, als Mittelpunkt des Ostertisches, oder als Stofflämmchen zur Dekoration oder zum Spielen für die Kinder.

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Das Osterküken

Weiche, gelbe Osterküken gehören wohl einfach zu jeder Osterdekoration dazu. In Schweden bringen sie sogar die Ostereier. Vermutlich sind sei einfach ein Symbol für das neu erwachende Leben. Im christlichen Glauben steht das Ei für das Grab Jesu, das Küken wäre also auch ein Auferstehungssymbol.

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