

Heidnische
Ostern?
Wie
kommt es eigentlich, dass wir Christen die Kreuzigung, den Tod und die Auferstehung
Jesu, des Sohnes unseres Gottes, mit Schokoladenhasen, Osterküken und der
Suche nach bemalten Hühnereiern feiern? Vermutlich hat das mit Überlieferungen
zu tun, die viel älter sind als unsere Religion. Schon lange vor Christus
hat es um diese Zeit Feste gegeben. Die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche,
bei der Tag und Nacht genau 12 Stunden lang sind, war für fast alle alten
Kulturen sehr wichtig, denn sie bezeichnet das Ende des Winters, der für
die Menschen früher sehr hart und oft lebensbedrohlich war. Nun konnte man
die Saat ausbringen, der Hunger hatte ein Ende. Das musste natürlich gefeiert
werden.
Man
habe damals bei uns, so meinen einige Forscher, eine Göttin namens Ostara
verehrt. Eostre (sprich: ee-oh-star-a) soll sie bei den Angelsachsen geheißen
haben. Es soll die nordische Form der phönizischen Astarte sein, und diese
wiederum weist Ähnlichkeiten auf zur babylonischen Ishtar, die in enger Verbindung
zum Mond stand. Ihr Tier sei der Hase gewesen, so heißt es, und ihr zu Ehren
habe man rituelle Schwertkämpfe ausgetragen, die den Sieg des Sommers über
den Winter symbolisieren sollten.
Wirklich
bewiesen ist Ostara allerdings nicht. Sicher ist aber, dass auch in unseren Breiten
die Rückkehr des Frühlings wohl immer gefeiert worden ist. Die alten
Traditionen sind nicht völlig untergegangen, sondern Reste davon haben sich
erhalten in unserem Osterfest. Deswegen gibt es auch heute noch viele Osterbräuche,
die ausgesprochen magisch anmuten, wie du auf unserer Seite Osterbräuche
sehen kannst.
Natürlich
bedeutet das nicht, dass Ostern ein heidnisches Fest ist, aber es deutet darauf
hin, dass unser Osterfest einen historischen Hintergrund hat, der viel älter
ist als der christliche Glaube. Als das Christentum die alten Religionen zu ersetzen
begann, wurden viele alte Traditionen zum Teil ganz bewusst übernommen, um
den Menschen die neue Religion näher zu bringen. So sind viele alte Kirchen
an uralten Kultplätzen erbaut worden, und so mancher kirchliche Festtag findet
zeitgleich mit den Festen der alten Religionen statt. So auch unser Osterfest,
das fast mit den alten Frühlingsriten, dem Baumfest, Alban Eilir, zusammen
fällt.
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Auferstehung

Wir
Christen feiern heute Jesu Aufertehung. Aber auch andere Kulturen hatten Götter,
die den Tod überwunden haben:
Die
Sumerer feierten die Rückkehr ihres Gottes Tammuz aus dem Land der Toten
Im
alten Ägypten war es Osiris, der den Tod besiegte
In
Phönizien glaubte man von Adonis, dass er vom Tode zurück kam
Und
die Griechen und später die Römer hatten ihren Dionysos.
Das
jüdische Passah-Fest
Auch
jüdische Traditionen hat unser Osterfest, das ja auch auf Italienisch pasqua,
auf Französisch pâques und im Russischen pascha heißt.
Passah,
Pascha oder Pessach war ursprünglich ein Erntefest, wurde dann aber später
zum Fest der Erinnerung an den Exodus, den Auszug Israels aus Ägypten. Einige
Traditionen dieses Festes finden sich auch wieder in unserem Osterfest: Das (Opfer-)Lamm,
das ungesäuerte Brot, das in der katholischen Kirche zur Hostie wurde.
Mehr
Informationen über das jüdische Passah- oder Pessach-Fest gibt es hier:
http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/ostara.html
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/pessach/patmos.htm
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Der
Name "Ostern"
Unschwer
lässt sich unser Wort "Ostern" vom Namen der Ostara ableiten. Einige
Forscher bezweifeln allerdings, dass es jemals einen Ostara-Glauben gegeben hat.
So gibt es auch noch andere Theorien über die Herkunft des Wortes.
Eine
dieser Theorien versucht, das Wort "Ostern" von "Osten" herzuleiten:
Als die Frauen Jesu Grab leer vorfanden, haben sie nach Osten gesehen, denn sie
glaubten, von dort würde Jesus zurückkommen auf die Erde.
Noch
eine Definition gibt es: Diese besagt, "Ostern" käme von "ausa"
und "austr", nordgermanischen Worten für "schöpfen, gießen,
ausgießen (von Wasser)" . Es habe damit zu tun, dass früher zu
Ostern oft Taufen vorgenommen worden seien.
Das
Wort Ostern könnte sich aber auch von "Eostro" (Morgenröte,
abgeleitet vom Wortstamm "ausos", der sich zu "eos" = griech.
Sonne und "aurora" = lat. Morgenröte gewandelt hat). Eostro bildete
sich im Althochdeutschen weiter zu "ôstarum" und im Altenglischen
zu "eastron", und die Verbindung zu Ostern kommt daher, dass in der
Osternacht früher in den Kirchen bis zum Sonnenaufgang gewacht wurde.
Man
mag das sehen, wie man will. Aber Tatsache ist, dass es schon in vorchristlicher
Zeit Frühlingsfeste gegeben hat, deren Traditionen sich in Spuren noch heute
in unserem Osterfest finden.
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Wieso
hat Ostern kein festes Datum?

Sitzung
des Konzils von Trient (15451563)
aus einer Handschrift des 17. Jahrhunderts
Die
ersten Zeugnisse für ein jährliches Osterfest finden sich im zweiten
Jahrhundert. Ostern gilt damit als das älteste christliche Jahresfest. Auf
dem Konzil von Nikäa 325 n. Chr. ist für die Auferstehung Christi der
erste Sonntag festgelegt worden, der dem ersten Vollmond nach der Frühlings-Tag-
und Nachtgleiche folgt.
Vermutlich
geschah dieses, damit sich der Feiertag der Christen deutlich von dem Passahfest
der Juden unterschied, das fast zeitgleich am Frühlingsvollmond stattfindet.
Man wollte nichts mit den Juden gemein haben, schon gar nicht ein so wichtiges
Fest. Deswegen findet unser Osterfest bis heute nicht zur Tag- und Nachtgleiche,
sondern später statt. So feiern wir den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit
seltsamerweise bei zunehmender Dunkelheit, denn der Mond ist dann ja schon wieder
am Abnehmen. Dennoch hat auch unser Osterfest etwas von einem Frühlingsfest.
Es ist ja ein Fest der Erneuerung und der Überwindung des Todes.
Ostern
ist ein beweglicher Feiertag und fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum.
Der früheste Termin ist der 22. März, vorausgesetzt, dieser ist ein
Sonntag und der Vollmond am 21. März. Der späteste Termin ist der 25.
April, dann ist der Vollmond ebenfalls am 21. März, aber dieser Tag ist dann
ein Sonntag.
Eine
Anleitung zum Berechnen des Ostertages gibt es hier:
http://www.weltzeituhr.com/infos/wann_ist_ostern.htm
Eine
Tabelle mit den Osterdaten findet ihr hier:
http://www.maa.mhn.de/StarDate/feiertage.html
Dort
kann man das Datum der beweglichen Feiertage vom Jahr 1901 bis zum Jahr 2078 direkt
nachgucken.
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Bild:
Das
Titelbild ist im Original von Dante Gabriel Rosetti (1828-1862). Es heißt
"Astarte".
Externe
Links auf dieser Seite:
Informationen
über das jüdische Passah- oder Pessach-Fest :
http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/ostara.html
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/pessach/patmos.htm
Anleitung
zum Berechnen des Ostertages:
http://www.weltzeituhr.com/infos/wann_ist_ostern.htm
Eine
Tabelle mit den Osterdaten:
http://www.maa.mhn.de/StarDate/feiertage.html

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