Mit dem Osterfest sind allerhand magische Bräuche verbunden. Wir machen Osterfeuer am Karfreitag. Am Ostersonntag holen die Mädchen das Osterwasser. Die Sonne macht an Ostern angeblich merkwürdige Bewegungen. Aus dem heiligen Baum wurden die Palmen mit ihren Wunderkräften. Manche Eier haben angeblich Zauberkräfte.
Einige der österlichen Bräuche wirken durchaus etwas magisch. Mag sein, dass es sich dabei um Überbleibsel der alten, heidnischen Frühlingsfeste handelt, die bei uns in christianisierter Form weiter leben! Osterfeuer
Schon in vorchristlichen Zeiten brannten in der Frühlingszeit die Frühlingsfeuer. Sie sollten den Winter vertreiben, und das Licht und die Wärme waren ein Symbol für die Sonne, die nun die Erde wieder erwärmen sollte. Auch als der christliche Glaube in unseren Breiten die alten Religionen verdrängte, gelang es der Kirche nicht, diesem Brauch Einhalt zu gebieten. So geschah es, wie mit anderen "heidnischen" Traditionen auch: Der Brauch wurde in die Kirchentradition aufgenommen. Ungefähr 750 n. Chr. wurde das Frühlingsfeuer christianisiert und seine Bedeutung auf Gott übertragen. Es soll nun stehen für das Licht des Glaubens und den Sieg Jesu über die Finsternis. Noch heute werden Ostefeuer entzündet, zum Teil in der Nacht vor Ostersonntag, oft aber auch erst am Abend des Ostersonntages. Die Feuerstapel wird meistens auf einer Anhöhe in der Nähe einer Ortschaft errichtet. Sie erreichen Höhen bis zu 8 m. Früher war es oft üblich, dass die Jugendlichen einer Ortschaft versuchten, das Osterfeuer einer anderen Ortschaft vorzeitig zu entzünden. Deswegen wurden die Stapel streng bewacht. Oft arteten die Kämpfe zwischen den Angreifern in handgreifliche Auseinandersetzungen aus.Es sind auch schon schreckliche Unglücke geschehen, weil die Wächter in den Holzstößen übernachtet hatten und in den vorzeitig entzündeten Flammen um kamen. Das Entzünden des Osterfeuers geschieht unter Aufsicht der Feuerwehr. Oft spielt sich drum herum ein jahrmarktähnliches Geschehen ab mit Wurst- und Getränkebuden. Es ist ein grandioses Erlebnis wenn so ein riesiger Reisighaufen in Flammen aufgeht! Mit den Osterfeuern verbindet man mancherorts noch andere Bräuche wie Fackelschwingen, oder es werden brennende Osterräder von den Bergen hinunter gerollt.
Osterkerze
Diese "gemäßigte Form" des Feuers kommt aus der Tradition der griechischen, römischen, jüdischen Lichtbräuche. Sie steht für Jesus, der den Tod und das Sterben besiegt hat. Die Kerze wird oft am heiligen Osterfeuer entzündet und dann in die dunkle Kirche getragen. Oft können die Gemeindemitglieder an der Osterkerze ihre eigenen, kleineren Osterkerzen entzünden und so das wiedergekehrte Licht nach Hause bringen. Früher wurden in den Häusern an diesen Kerzen die Herdfeuer wieder entzündet, die am Karfreitag gelöscht worden waren, um so den Neuanfang anzuzeigen. Osterwasser
Neben dem Feuer galt Ostern in vielen Gegenden auch Wasser als sehr wichtig. Deshalb hat sich der Brauch des "Osterwasser-Holens" entwickelt. Das Osterwasser holte man in der Nacht zum Ostersonntag an Flüssen, Quellen und Brunnen, die oft jedes Jahr zu Ostern schön geschmückt wurden. Dem Osterwasser wurden wundertätige Kräfte zugesprochen:
Kein Wort durfte dabei gesprochen werden, wenn man das kostbare Nass heim trug, denn "Plapperwasser" habe keine Wirkung, so hieß es. Die jungen Männer lauerten den Mädchen auf und versuchten, sie zum Lachen oder zum Reden zu bringen. Die Mädchen versuchten eisern zu bleiben, sie durften ja nicht einmal Grüße erwidern, denn dann hätte das Osterwasser ja seine Wirkung verloren. Nach dem alten Naturglauben waren Tau, Schnee und Regen an Ostern genau so wundertätig wie das Wasser. Darum breitete man vielerorts an Ostern die Bettlaken zum Bleichen aus oder wusch sich mit dem Ostertau. Manchmal durften sich die Kinder morgens in den taufeuchten Wiesen wälzen. In der Kirche wird an Ostern eine Wasserweihe vorgenommen. Manchmal ist es das Taufwasser für das ganze Jahr. In einigen Gemeinden werden dabei die Osterkerzen in das Wasser getaucht. Die Gläubigen dürfen das geweihte Wasser mit nach Hause nehmen. Es soll das Haus und seine Bewohner vor Unheil schützen.
Die Sonne an Ostern
Am Ostersonntag in aller Frühe soll die Sonne vor Freude über die Auferstehung tanzen. Wenn man vor Sonnenaufgang hinaus geht auf einen Hügel, dann kann man angeblich sehen, dass die Sonne bei ihrem Aufgang drei Freudensprünge vollführt. Mancherorts zogen die Menschen früher zusammen aus, um die Sonne tanzen zu sehen. Man begrüßte die aufgehende Sonne dann mit eigenen Tänzen.
Der heilige Baum
Osterruten und Osterzweige Wie an allen volkstümlichen Festen treffen wir auch an Ostern auf den heiligen Baum, zu Ostern meistens ein Laubbaum, bzw. seine Zweige. Lange vor Ostern stellt man sie ins Wasser, damit sie rechtzeitig grün sind und sogar blühen (Hasel- und _Weidenkätzchen, Birken, Forsythien). Oft werden die Zweige zu Ostern mit bunten, ausgeblasenen Eiern geschmückt. Besonders ein solcher Palmkätzchenstrauß soll das Haus vor Hexen schützen. Osterruten werden aber auch noch anders verwendet: Man treibt damit unsanft Langschläfer aus den Betten, oder verteilt mit ihnen Schläge an Freunde und Verwandte, das soll Glück und Gesundheit bringen, denn die Lebenskraft der Rute soll dadurch auf den Empfänger der (leichten) Schläge übergehen. "Schmackostern" nannte man dieses wohl in Ostpreußen, aber es war auch anderenorts üblich.
Die besonderen Kräfte der Palmen
Die Palmstecken, die am Palmsonntag herumgetragen und in katholischen Gegenden in der Kirche gesegnet wurden, wurden danach gut aufgehoben. Palmzweige hatten wundertätige Kräfte, die weit über den Segen der Kirche hinaus gingen. Deswegen werden sie teilweise auch heute noch das ganze Jahr aufgehoben.
Mehr über den Palmsonntag gibt es auf unserer Seite Osterkirche.
Die Blätter des heiligen Baumes Die Blätter des heiligen Baumes schmücken die Ostereier, als Sinnbild für die erwachende Natur und für Gesundheit und Fruchtbarkeit. Für unsere Vorfahren müssen die Knospenzeichen der Zweige ein Triumpf des Lebens gewesen sein. Wieder hatten sie einen Winter überstanden. Wir können das heute kaum mehr nachfühlen, denn für uns mit unseren geheizten Wohnungen und Häusern und den immerwährenden Einkaufsmöglichkeiten ist der Winter im schlimmsten Fall unangenehm, aber doch nicht mehr lebensgefährlich.
Osternacht und Osterläuten
Wer es wagt, sich in der Osternacht zwischen 11 und 12 Uhr auf einen Kreuzweg zu legen, der kann allerhand vorteilhafte Gaben vom Teufel selbst erlangen, der in der Gestalt eines Jägers erscheinen wird. Allerdings werden diverse unheimliche Dinge passieren, von denen man sich nicht beeinflussen lassen sollte. Man darf bei der Aktion weder lachen, beten noch sprechen. Wenn am Ostersonntag das erste Mal die Glocken wieder läuten, muss man sich schnell waschen, denn das bringt immerwährende Schönheit. Wundertätige Eier
Gründonnerstagseier Wenn am Gründonnerstag eine schwarze Henne ein Ei legte, so hatte dieses besondere Kräfte. wer das Ei vertilgt, sollte sie in seinem ganzen Leben nicht mehr verirren. Überhaupt hatten die Gründonnerstagseier besondere Heilkräfte, sie wurden gesammelt und in der Kirche als Ostereier gesegnet. Karfreitagseier Karfreitagseier werden fein gehackt und mit Gebildbroten in Form von Buchstaben verspeist. Das soll den Kindern helfen beim Lesen lernen.
Karfreitagsbräuche
Karfreitagsbrot Brot, das am karfreitag gebacken und dann verschenkt wurde, verdirbt erst, wenn derjenige, der es verschenkt hat, untreu wird und lügt. Krankenheilung und Gesundheit für das ganze Jahr Kranke, die am karfreitag aus einem fließenden Gewässer trinken, werden auf der Stelle wieder gesund. In manchen Gegenden schluckte man in der Karwoche jeden Tag 3 Weidenkätzchen unzerkaut auf nüchternen Magen, um damit Gesundheit für das ganze Jahr zu erlangen. Eine gute Ernte Wer am Karfreitag seine Obstbäume veredelt, dem bringt das Segen und eine gute Ernte. Im Lechtal schlägt man am Karfreitag mit einem Schlägel an die Stämme der Obstbäume, damit sie viele Früchte tragen sollen.
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