Schmück dir
das Haar mit wildem Mohn
Schmück
dir das Haar mit wildem Mohn,
die Nacht ist da
all ihre Sterne glühen
schon.
All ihre Sterne glühn heut Dir!
du weißt es ja:
all
ihre Sterne glühn in mir!
Dein
Haar ist schwarz, dein Haar ist wild
und knistert unter meiner Glut;
und
wenn die schwillt,
jagt sie mit Macht
die roten Blüten und dein Blut
hoch
in die höchste Mitternacht.
In
deinen Augen glimmt ein Licht,
so grau in grün,
wie dort die Nacht
den Stern umflicht.
Wann kommst du?! - Meine Fackeln loh'n!
laß glühn,
laß glühn!
schmück mir dein Haar mit wildem Mohn!
Richard
Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)

Es
ist Nacht
Es
ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's
nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.
Dort
erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.
Christian
Morgenstern

Aussicht
Komm
zum Garten denn, Du Holde!
In den warmen, schönen Tagen
Sollst Du Blumenkränze
tragen,
Und vom kühl krystall'nen Golde
Mit den frischen, roten Lippen,
Eh'
ich trinke, lächelnd nippen.
Ohne Maß dann, ohne Richter,
Küssend,
trinkend singt der Dichter
Lieder, die von selbst entschweben:
Wunderschön
ist doch das Leben!
Joseph
Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

Frühlingsliebe
Komm
zum Garten, zu dem wohlbekannten,
Komm zum Rasensitz, dem oft genannten,
Wo
zum Maitrank Schmetterling' und Bienen
Sind erschienen;
Komm zum Herzen
Herz, komm Mund zum Munde,
Schlägt die Stunde.
Um
uns sollen sich die Vögel schwingen,
Unsre Lieb und unsre Freude singen;
Streuen
sollen uns die Maienlüfte
Blüt' und Düfte,
Wenn wir küssend
Lieb um Liebe tauschen,
Ruhn und lauschen.
Laß
mich dann an deinem Munde hangen,
Dann im Rosenschimmer deiner Wangen
Und
im Spiel der Locken laß mich liegen,
Laß mich wiegen,
Laß
mich dann in deine Augen sehen
Und vergehen.
August
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Ich
liebe dich
Ich
liebe dich, weil ich dich lieben muss
Ich liebe dich, weil ich nicht anders
kann
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss
Ich liebe dich durch einen
Zauberbann.
Dich
liebe ich, wie die Rose ihren Strauch
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein
Dich
liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch
Dich liebe ich, weil dich lieben ist
mein Sein.
Friedrich
Rückert (1788-1866)
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Wie
er wolle geküsset seyn
Nirgends
hin / als auff den Mund
da sinckts in dess Hertzens Grund.
Nicht zu frey
/ nicht zu gezwungen
nicht mit gar zu fauler Zungen.
Nicht zu wenig /
nicht zu viel!
Beydes wird sonst Kinder-spiel.
Nicht zu laut / und nicht
zu leise
Beyder Mass' ist rechte Weise.
Nicht zu nahe / nicht zu weit.
Diss macht Kummer / jenes Leid.
Nicht zu trucken / nicht zu feuchte
wie
Adonis Venus reichte.
Nicht zu harte / nicht zu weich.
Bald zugleich /
bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam / nicht zu schnelle.
Nicht ohn Unterscheid
der Stelle.
Halb gebissen / halb gehaucht.
Halb die Lippen eingetaucht.
Nicht ohn Unterscheid der Zeiten.
Mehr alleine denn bei Leuten.
Küsse
nun ein Jedermann
wie er weiss / will / soll und kan.
Ich nur und die
Liebste wissen
wie wir uns recht sollen küssen.
Paul
Fleming (1609-1640)
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Ich
wand ein Sträußchen
Ich
wand ein Sträußchen morgens früh,
Das ich der Liebsten schickte;
Nicht ließ ich sagen ihr, von wem
Und wer die Blumen pflückte.
Doch
als ich abends kam zum Tanz
Und tat verstohlen und sachte,
Da trug sie
die Nelken am Busenlatz
Und schaute mich an und lachte.
Storm,
Theodor (1817-1888)
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Mit
einem gemalten Band
Kleine
Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephir,
nimms auf deine Flügel,
Schlings um meiner Liebsten Kleid;
Und so
tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.
Sieht
mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes
Leben!
Und ich bin belohnt genug.
Fühle,
was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das
uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!
Goethe,
Johann Wolfgang von (1749-1832)
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ZITATE
Liebe
ist...
...ein
vorübergehendes Unwohlsein, heilbar durch Heirat.
(Ambrose Bierce,
1842-1914)
...von
allen Krankheiten noch die gesündeste.
(Euripides, 480-406)
...ein
Wahnsinn.
(Heinrich Heine, 1797-1856)
...der
Endzweck der Weltgeschichte - das Unum des Universums.
(Novalis, 1772-1801)
...der
höchste Grad der Arznei.
(Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus,
1493- 1541)
...wenn
sie dir die Krümel aus dem Bett macht.
(Kurt Tucholsky, 1890-1935)
...das
Amen des Universums.
(Novalis,
1772-1801)
...eine schwere Geisteskrankheit.
(Platon,
427-347)
...von allen Krankheiten noch die gesündeste.
(Euripides,
480-406)
...eine Blume, deren Samen der Wind verweht und
der blüht, wo er hinfällt.
(Honoré de Balzac, 1799-1850)
...der
Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.
(Voltaire, 1694-1778)
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Noch
mehr weise Worte über die Liebe
Das,
was wir aus Liebe tun, tun wir im höchsten Grade freiwillig.
(Thomas
von Aquin, 1225-74)
Der
Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem,
was er liebt.
(Aurelius Augustinus, 354-430)
Einen
Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1821-81)
Die
wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist immer der,
der dir gerade gegenübersteht. Das notwendigste Werk ist stets die Liebe.
(Meister Eckhart, um 1260 - 1328)
Durch
ein paar Züge aus dem Becher der Liebe hält uns die Natur für ein
Leben voll Mühe schadlos.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)
Der
Mensch will brutto geliebt werden, nicht netto.
(Friedrich Hebbel 1813-1863)
Die
Engel, die nennen es Himmelsfreud, die Teufel, die nennen es Höllenleid,
die Menschen, die nennen es Liebe.
(Heinrich Heine, 1797-1856)
Denn
das Glück, geliebt zu werden, ist das höchste Glück auf Erden.
(Johann Gottfried von Herder, 1744-1803)
Das
Schlimme in der Liebe ist, dass Krieg und Frieden ständig wechseln.
(Horaz,
65-8 v.Chr.)
Es
gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen
oder vielmehr: trotz seiner selbst.
(Victor Hugo, 1802-85)
Der
Geist baut das Luftschiff, die Liebe aber macht gen Himmel fahren.
Ich
meine, es müßte einmal ein sehr großer Schmerz über die
Menschen kommen, wenn sie erkennen, daß sie sich nicht geliebt haben, wie
sie sich hätten lieben können.
(Christian Morgenstern, 1871-1914)
Ein
Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand.
(Blaise Pascal,
1623-62)
Ich
glaube, dass kein Mann jemals ein rechtes Leben gelebt hat, der nicht durch die
Liebe einer Frau gebessert, durch ihren Mut gestärkt und durch die Weisheit
ihres Herzens geführt worden ist.
(John Ruskin, 1819-1900)
Die
ganze Kunst der Liebe beruht darauf, dass man ausspricht, was der Zauber des Augenblicks
fordert.
(Stendhal, 1783-1842)
Ein
Verliebter betrachtet eine Blume mit anderen Augen als ein Kamel.
(aus
Ägypten)
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39
MAL "ICH LIEBE DICH!"
Wer
die richtigen Worte immer noch nicht über die Lippen bekommt, der kann sich
davon inspirieren lassen, was die Menschen anderer Länder zu ihren Liebsten
sagen:
-
afrikaans:
Ek is lief vir jou
-
bayrisch:
I mog di! (richtige Antwort: I di a!)
-
bengalisch:
Aami tomaake bhaalo baashi
-
chinesisch
(canton): Ngo oi ney
-
chinesisch
(mandarin): Wuo ai nee
-
creolisch:
Mi aime jou
-
dänisch:
Jeg elsker dig
-
elsässisch:
Iih hoan dich geer
-
englisch:
Ilove you
-
Esperanto:
Mi amas vin
-
finnisch:
Minä rakastan sinua
-
französisch:
Je t'aime
-
gälisch
(irisch): T'a gr'a agam dhuit
-
gälisch
(schottisch): Tha gr`adh agam ort
-
griechisch:
S´ayapo
-
grönländisch:
Asavakit
-
japanisch:
Kimi o ai shiteru
-
irisch:
Taim i' ngra leat
-
isländisch:
Eg elska thig
-
kisuaheli:
Nakupenda
-
italienisch:
Ti amo
-
koreanisch:
Dangsinul saranghee yo
-
lateinisch:
Te amo
-
luxemburgisch:
Ech hun dech gär
-
mongolisch:
Be Chamad Hairtai
-
nepalesisch:
Ma timi sita prem garchhu
-
niederländisch:
Ik ben verliefd op je.
-
plattdeutsch:
Ik hav di bannig leev
-
polnisch:
Kocham cie
-
portugiesisch:
Eu te amo
-
russisch:
Ya tyebya lyublyu
-
schwedisch:
Jag älskar dig
-
schwyzerdütsch:
Ch´ha di gärn
-
slowakisch:
Lubim ta
-
spanisch:
Yo te quiero
-
türkisch:
Seni seviyorum
-
tunesisch:
Ha eh bak
-
ungarisch:
Szeretlek
-
yiddisch:
Ikh hob dikh lib