Der WEihnachtsmann

Hier erfährst du alles über den Weihnachtsmann.

 

 
 

INHALT:

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?

Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O'Hanlon

1897 schrieb das kleine Mädchen diesen Brief an die Tageszeitung "New York Sun", und der Chefredakteur antwortete ihr persönlich auf der Titelseite:

Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben.

Sicherlich kennst du diese Geschichte bereits, aber du kannst hier nochmal nachlesen:

http://www.christmasmagazine.com/german/spirit/samichlaus_geschichte02.asp (externer Link)

Ich finde auch, dass man den Kindern den Weihnachtsmann als Symbol der Weihnacht nicht nehmen sollte. "Kinder brauchen Märchen", das sagte schon der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim. Solche Symbole sind Teil einer tieferen Wahrheit, und deswegen haben sie ihre Berechtigung, auch wenn sie nicht wirklich "real" sind und man sie nicht anfassen kann. Auch als Erwachsener kann man sie doch, wenn auch vielleicht mit einem Augenzwinkern, hin nehmen.

Irgendwann fragen doch alle Kinder wie Virginia, ob es nun einen Weihnachtsmann gibt oder nicht, und das taten auch unsere beiden Jungs, ich glaube, damals war Sohn1 ungefähr 6, und Sohn2 4 Jahre alt. Wir haben ihnen die Gegenfrage gestellt: Wie findet ihr es denn schöner, mit oder ohne Weihnachtsmann? Und mit einem verschmitzten Lächeln befanden beide einhellig, es sei schöner "mit". Seitdem war der Weihnachtsmann, der uns von da an Weihnachten eine Weile höchstperselblich besuchte, ab und zu ein ziemlich niedlicher, kleiner Mann, der dummerweise immer kam, wenn eines der Kinder unauffindbar war, aber diskutieren mussten wir darüber niemals mehr.Smiley

Die dir vermutlich auch bekannte "wissenschaftliche Diskussion" darüber, ob es den Weihnachtsmann nun gibt oder nicht (auch "Nikolausphysik" genannt) findest du hier (dieses Mal mit dem schlüssigen Beweis: Es gibt ihn doch!)

http://www.hfsoft.de/Weihnachten/Geschichte006.htm (externer Link)

Neue Erkenntnisse darüber, wie der Weihnachtsmann es trotz aller physikalischen Widrigkeiten schafft, die Kinder auf der ganzen Erde mit Geschenken zu beliefern, liefert einer seiner elfischen Hilfskräfte hier: (auf Englisch):

http://www.santaland.com/santadoes.html (externer LInk)

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Aus uralten Zeiten

Es scheint, als ob unser guter alter Weihnachtsmann seinen Ursprung schon in vorchristlicher Zeit hat. Damals zogen wohl junge Burschen zur Zeit der Wintersonnenwende verkleidet durch die Dörfer. Sie stellten die Geister der Ahnen dar, die ihren Nachkommen Glück für die kommenden Zeiten bringen sollten. Reste davon finden sich noch in den regional verschiedenen seltsamen Figuren, die um diese Zeit außer Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind noch unterwegs sind und teilweise ebenfalls gute Gaben verteilen. Da wären zum Beispiel im deutschsprachigen Raum Pelzmärte aus Schwaben, die Berchtel aus Bayern, die Budelfrau aus Niederöstereich, die Busebercht aus der Augsburger Gegend, Ruprecht aus dem Erzgebirge, der Erbsbär, der Schimmelreiter aus Norddeutschland, die Stutenfrau aus der Ückermark, die Klöckler aus Süddeutschland. Und auch der Weihnachtsmann selber hat ja oft Begleitpersonal aus der Welt der Elfen und Feen.

Odin, der Hauptgott der Wikinger, war in seinem Winteraspekt ein Mann, gekleidet in einen warmen Mantel,. Er kam auf die Erde und erkundete, ob es seinen Leuten gut ging oder schlecht, und er soll auch einen Sack mit Gaben dabei gehabt haben für die Bedürftigen. Er wurde beschrieben als ein Weiser mit langem weißen Bart und Haar.

Von Gestalt ähnlich wie "unser" Weihnachtsmann war auch der König Frost (oder so ähnlich), den die Sachsen um 600 n. Chr. mit sich brachten, als sie in England einfielen. Bei den alten Germanen war es der mit Häuten und Fellen gekleidete "Wintermann", der zusammen mit Schneestürmen von den Bergen herunter kommen sollte um den Winter anzukündigen. Eine Figur wie diese kannte man auch in Skandinavien, dort glaubte man, er führe die Rentiere zu Beginn des Winters hinunter auf die Winterweiden.

Übrigens: Väterchen Frost aus Russland ist keineswegs so historisch und folkloristisch, wie man immer denkt, sondern genau wie unser Weihnachtsmann eine Kunstfigur, die in den 20er Jahren in der Sowjetunion eingeführt wurde, um das alte russisch-orthodoxe Weihnachtsfest am 6. bzw. 7. Januar zu ersetzten.

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Ist der Weihnachtsmann eigentlich der Nikolaus?

In der christlichen Tradition war dann aber der Gabenbringer zunächst hauptsächlich der heilige Nikolaus, und an "seinem" Tage, dem 6. Dezember, gab es auch Geschenke (nachzulesen auf meiner Nikolausseite). In den Niederlanden ist das übrigens heute noch so, obwohl Papst Paul VI 1969 auf dem 2. Vatikanischen Konzil Nikolaus aus dem Heiligenkalender streichen ließ, weil das Leben des Heiligen so dürftig belegt ist. Seine Verehrung wurde aber freigestellt.

Nach und nach wurde der bischöfliche Nikolaus in einigen Regionen wieder überlagert vom Aussehen der heidnischen "Vorreiter", so wird er zum Beispiel seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr mit einem schwarzen Bart dargestellt, wie der Mann aus dem nahen Osten, der er war, und wie man ihn auch in den ganzen Jahrhunderten davor gemalt hatte, sondern mit weißem, wie Odin.

Im 19. Jahrhundert wurde der Heilige säkularisiert und auch äußerlich zu einem weltlichen Mann. Immer häufiger stellte man ihn ohne seine bischöflichen Attribute dar, zum Beispiel als Nikolas im "Struwwelpeter" des Heinrich Hoffmann oder als "Herr Winter" des Moritz von Schwindt. Nur das bischöfliche Rot bleibt ihm meistens doch noch, und Volkskundlern beweist noch seine "phrygische Mütze", dass er aus dem nahen Osten kommt.

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Unter anderem Namen

In anderen Ländern heißt der Weihnachtsmann nicht Weihnachtsmann, sondern:

 USA: St. Nick, Santa, Santa Claus, Chris Kringle

Great Brittain: Father Christmas

Estland: Jõuluvana

Finland: Joulupukki

Chile: Viejo Pascuero

Südkorea: Santa Haraboji

Russland: Ded Moros

Litauen: Senis Šaltis

Portugal: Pai Natal

Brasilien: Papai Noel

Holland: Kerstman

Irland: Daidí na Nollag

Dänemark: Julemanden

Italien: Baba Natale

Frankreich: Père Noël

Ägypten: Papa Nuel

Auf den Faröern: Jólamaður

Japan: Santakurōsu

Polen: Święty Mikołaj

 

In manchen Ländern hat der Weihnachtsmann Helfer, die Gaben werden von anderen überbracht:

In einigen Gegenden in Deutschland und in der Schweiz: Das Christkind

Schweden: Juletompte

Norwegen: Julenissen

Spanien: Die Heiligen Drei Könige

Italien: Die Hexe Befana

Frankreich: Die Kirchenglocken

Griechenland: St. Basilius

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Weihnachten gehört verboten!

Das meinen viele Leute. Es sei doch nur noch ein Rummel und Konsum. Auch in früheren Zeiten gab es "Weihnachtsmuffel"! Die allgemeinen Festivitäten zu Midwinter waren der Kirche nie so ganz geheuer, vermutlich gibt es dabei doch zu große Anklänge an das heidnische Julfest! Doch ganz unterdrücken ließen sich die Weihnachtsfeiern nicht, obwohl das Fest in einigen Ländern tatsächlich verboten wurde.

Quellen aus dem 17. Jahrhundert aus England berichten, dass Father Christmas, obwohl verboten, in den weihnachtlichen Mummenschanz-Spielen überlebte, die damals im ganzen Lande aufgeführt wurden:

"In comes I, Old Father Christmas, Be I welcome or be I not, I hope that Christmas will ne'er be forgot!"

(= ungefähr: Mein Auftritt: Father Christmas! Möge ich willkommen sein oder nicht, ich hoffe, Weihnachten wird niemals vergessen werden!)
Aus einem alten Mummenschanztheaterstück aus England

Heutzutage versuchen wieder einige Menschen, wenigstens den Weihnachtsmann abzuschaffen und "das Christfest wieder seiner ursprünglichen Bedeutung zuzuführen" wie sie sagen. Weihnachten sei nur noch Ansporn zum Konsum.

Eigentlich dürften Christen um diese Jahreszeit wirklich überhaupt gar kein Kirchenfest feiern. Nirgendwo in der Bibel steht etwas von einem Fest mitten in unserem Winter. Der Evangelist Lukas ist der einzige, der das Ereignis der Geburt Christi wirklich würdigt, und dass es im Dezember stattgefunden haben soll, ist eine Festlegung durch ein Kirchenkonzil, nicht überlieferte oder gar historische Realität (siehe: Es begab sich aber zu der Zeit - Wirklich?).

Soll man deshalb Weihnachten tatsächlich wieder aus dem Kalender streichen? Ich bin nicht dieser Meinung, und so wie ich denken glücklicherweise doch sehr viele Menschen. Dieses Lichterfest in der Mitte der dunklen Jahreszeit mit all seinem Symbolgehalt für Nächstenliebe und all den guten Vorsätzen ist doch sehr wichtig für uns.

Heute ist Father Christmas auch in England übrigens auch wieder aktiv, er kommt in der Nacht zum 25. Dezember durch den Kamin in die Häuser, füllt die Strümpfe der Kinder und bringt die Geschenke.

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Uncle Sam und der Weihnachtsmann


Karikatur von Thomas Nast

Gut ablesen lässt sich die Entwicklung vom asketischen heiligen Nikolaus zum weltlichen, gemütlichen Weihnachtsmann an seiner Geschichte in Amerika.

Als die Holländer Neu-Amsterdamm gründeten, das später zu New York werden sollte, brachten sie ihre Traditionen, und damit auch ihr Sinterklas-Fest, mit sich. 1642 fiel die Stadt an die Briten, die die Nikolaus-Feiern übern ehmen. Doch es fehlte der konfessionelle Hintergrund. "St. A. Claus", wie er bald genannt wurde, war irgendwann kein Heiliger mehr. Nach und nach mutierte er zum Weihnachtsmann, und schließlich wurde auch der Weihnachtstag zu Tag der Bescherung. 1823 wurde anonym das Gedicht "A visit from St. Nick" veröffentlicht. Hier ist es:

A visit from St. Nick (auch bekannt als "T'was the night before Christmas")

T'was the night before Christmas,
when all through the house
Not a creature was stirring, --not even a mouse;
The stockings were hung by the chimney with care,
In hopes that St. Nicholas soon would be there.
The children were nestled all snug in their beds,
While visions of sugar-plums danced in their heads;
And mamma in her 'kerchief, and I in my cap,

Had just settled down for a long winter's nap,
When out on the lawn there arose such a clatter,
I sprang from the bed to see what was the matter.
Away to the window I flew like a flash,
Tore open the shutters and threw up the sash.
The moon on the breast of the new-fallen snow
Gave the lustre of mid-day to objects below,
When, what to my wondering eyes should appear,
But a miniature sleigh, and eight tiny reindeer,

With a little old driver, so lively and quick,
I knew in a moment it must be St. Nick.
More rapid than eagles his coursers they came,
And he whistled, and shouted, and called them by name;
"Now, DASHER! now, DANCER! now, PRANCER and VIXEN!
On, COMET! on CUPID! on, DONDER and BLITZEN!
To the top of the porch! to the top of the wall!
Now dash away! dash away! dash away all!"

As dry leaves that before the wild hurricane fly,
When they meet with an obstacle, mount to the sky,
So up to the house-top the coursers they flew,
With the sleigh full of toys, and St. Nicholas too.
And then, in a twinkling, I heard on the roof
The prancing and pawing of each little hoof.
As I drew in my hand, and was turning around,
Down the chimney St. Nicholas came with a bound.
He was dressed all in fur, from his head to his foot,
And his clothes were all tarnished with ashes and soot;
A bundle of toys he had flung on his back,
And he looked like a peddler just opening his pack.

His eyes -- how they twinkled! his dimples how merry!
His cheeks were like roses, his nose like a cherry!
His droll little mouth was drawn up like a bow,
And the beard of his chin was as white as the snow;
The stump of a pipe he held tight in his teeth,
And the smoke it encircled his head like a wreath;
He had a broad face and a little round belly,
That shook, when he laughed like a bowlful of jelly.

He was chubby and plump, a right jolly old elf,
And I laughed when I saw him, in spite of myself;
A wink of his eye and a twist of his head,
Soon gave me to know I had nothing to dread;
He spoke not a word, but went straight to his work,
And filled all the stockings; then turned with a jerk,
And laying his finger aside of his nose,
And giving a nod, up the chimney he rose;
He sprang to his sleigh, to his team gave a whistle,
And away they all flew like the down of a thistle.
But I heard him exclaim, ere he drove out of sight,
"HAPPY CHRISTMAS TO ALL, AND TO ALL A GOOD-NIGHT."

Eine Zeitlang schrieb man dieses Gedicht Clement Clark Moore zu, später hieß es dann manchmal ein gewisser Major Henry Livingston junior sei der Verfasser. aber leider weiß man nichts Genaueres.

Eine Übersetzung von Erich Kästner von 1947 gibt es hier:

http://www.weihnachtsstadt.de/Gedichte/klassisch/Als_der_Nikolaus_kam.htm

Schon in diesem Gedicht kommt "St. Nick" also zu Weihnachten, und um 1860 hatte sich das dann allgemein durchgesetzt. In diesem Gedicht bekam er auch bereits den bekannten Rentierschlitten verpasst, und die Rentiere erhielten ihre Namen.

Illustrationen zu diesem Gedicht veränderten nach und nach die allgemeinen Vorstellungen vom Heiligen hin zum gemütlichen, dicken Weihnachtsmann mit dem roten Anzug.

Am bekanntestens sind wohl die Bilder des Thomas Nast, einem gebürtiger Pfälzer, der in die Staaten ausgewandert war. Als Karikaturist hat er übrigens auch unseren Vorstellungen von "Uncle Sam" und "John Bull" Gestalt verliehen. Von 1863 bis 1886 hat er für die Weihnachtsausgaben der Zeitung "Harper's Weekly" jene Cartoons gezeichnet, die bis heute Vorbilder für Weihnachts-Illustrationen liefern, und in denen er deutlich den Pfälzer Nickel (regionale Nikolaus-Variante) mit dem amerikanischen Nikolaus-Bild verbunden hat. Thomas Nast hat den Weihnachtsmann auch wohl als erster am Nordpol angesiedelt, und von ihm stammt auch die Idee mit der Liste, auf der die braven und unartigen Kinder stehen sollen.

Ab 1920 malte Norman Rockwell schon sehr schöne Weihnachtsmann-Bilder, die einen Weihnachtsmann ungefähr so zeigen, wie wir ihn uns vorstellen, beleibt und gemütlich. Hier könnt ihr Rockwell-Weihnachtsbilder sehen:

http://members.rogers.com/msgr-4/norman_rockwell_santa_gallery.htm (externer Link)

Die Werbekampagne eines gewissen amerikanischen Getränkekonzerns war es dann, die den Weihnachtsmann im rot-weißen Rock in der ganzen Welt bekannt machte. 1931 wurde erstmals der Zeichner Haddon Sundblom damit beauftragt, weihnachtliche Werbebilder für den Konzern zu schaffen.

Sundblom ließ sich von dem "Night bevore Christmas"-Gedicht inspirieren und zeichnete das Bild eines freundlichen, dicken, menschlichen Weihnachtsmannes. Praktisch war natürlich, dass die Farben des Weihnachtsmann-Outfits (Rot und Weiß) genau den Farben entsprachen, die auch der Getränkekonzern für sich in Anspruch nimmt.

Bis 1968 malte Sundblom seine Santa-Claus-Bilder. Er starb 1976, doch sein Weihnachtsmann wird immer noch in vielen Zeitungen abgebildet und auch in Ausstellungen gezeigt. Man kann die Bilder als Poster kaufen, und inzwischen wurden sie sogar in einem Buch veröffentlicht.

Einige der schönsten Bilder kannst du hier angucken:

http://www.fortunecity.com/millennium/hibiscus/121/cokesanta.html

Und hier kannst du auch sehen, wie Haddon Sundblom selbst aussah. Für die letzten seiner Bilder hat er sich nämlich selber als Modell genommen  (Schließlich lässt sich der echte Weihnachtsmann ja nicht so einfach sehen!):

http://www.kidzworld.com/site/p1557.htm (externer Link)

 


 

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts verbreiten sich die amerikanischen Vorstellungen schließlich zuerst in England und dann in der ganzen Welt.

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Weihnachtsmann oder Christkind?

Im Zuge der Reformation (15. Jahrhundert) wollten Martin Luther und seine Anhänger die Heiligen abschaffen. Der Nikolaus war plötzlich ein Papist und musste ebenfalls verschwinden. Nun ist es aber gar nicht so einfach, einen solchen Wohltäter einfach abzuschaffen! So wurde er als Gabenbringer wenigstens im Stellenwert reduziert und war nur noch für die Süßigkeiten zuständig, die auf einen Teller oder in einen Kinderschuh passten. An seiner Stelle sollte das Kind aus der Krippe die Geschenke bringen, und der Freudentag wurde verlegt auf den 24. Dezember.

Obwohl die protestantischen Regionen diesen Wechsel bereitwillig aufnahmen, konnte man mit dem Christkind zunächst mal nicht allzuviel anfangen, denn schließlich stellte man sich Jesus doch immer eher als erwachsenen Mann vor. So wurden nach und nach die oft bei der bildlichen Darstellung der Krippe verwendeten Engel zur Christkindfigur. Diese sind ja oft weiblich, und so wurde das Christkind zu einem Mächen. Übrigens ist auch das Christkindl in Nürnberg eine Frau!

Nach 1900 wurde Weihnachten in Deutschland allmählich flächendeckend zum Geschenke-Fest. Mit der Zeit ist das Christkind allerdings katholisch geworden! Merkwürdigerweise ist es heute nämlich vorwiegend noch in den katholischen Gebieten West-, Südwest- und Süddeutschland als Gabenbringer bekannt, während der Weihnachtsmann für die vorwiegend evangelischen Regionen Mittel-, Nord- und Ostdeutschland zuständig ist. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass das evangelische Weihnachtsfest von jeher eher weltlicher ist als das katholische und so "anfälliger" für den Rummel um den Weihnachtsmann aus Amerika.

Der Weihnachtsmann, beziehungsweise Father Christmas, Santa Claus, Kris Cringle, Père Noél, ist aber auf dem Vormarsch. Die traditionellen Gabenbringer (Befana in Italien, 3 Könige in Spanien, Tomte in Schweden, doch auch unser Christkind) verlieren zusehends an Bedeutung.

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Familie Weihnachtsmann und schnelle Fahrzeuge

Weihnachtsfahrzeug

Sicher, man kennt ihn immer noch, den Weihnachtsmann im roten Outfit, mit weißen Haaren und weißem Bart. Doch nach der Arbeit sieht man ihn auch inzwischen  manchmal in Freizeitkleidung und Sonnenbrille oder sogar in Badehose: Er macht Urlaub, fährt Wasserski, entspannt sich im Strandkorb, er fischt, segelt und spielt Golf.

Nicht nur im Rentierschlitten fährt er herum, sondern man sieht ihn in Laustwagen, schnellen Autos, Ballonen und im Flugzeug.

Auf Mobile.de lief unlängst eine Abstimmung darüber, in welchem Auto der Weihnachtsmann wohl unterwegs sein könnte. Hier könnt ihr das Ergebnis nachlesen:

http://newsroom.mobile.de/presseinformation/mobile-de-umfrage-weihnachtsmann-faehrt-mercedes-mit-navi-und-glockenhupe/

Der amerikanische Weihnachtsmann ist längst kein einsamer Wolf mehr, sondern er hat eine Familie bekommen! Mrs. Claus erschien bereits 1899 auf der Bildfläche, in einem Büchlein von Katherine Lee Bates: "Goody Santa Claus, A Sleigh Ride". Inzwischen hat die Dame auch  eigene Internetseiten, aber diese scheinen sich vorwiegend nur mit Back- und Kochrezepten zu beschäftigen, und auf den meisten Bildern wirkt sie, gelinde gesagt, ein wenig hausbacken. Ein etwas anderes, wunderschönes Bild von Mrs. Claus, oder Mrs. Santa, wie sie auch heißt, hat Yvonne Gilbert gemalt.

Du findest es hier:

https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/2d/01/d3/2d01d35c0ddf76b246751ff3d0f8d88e.jpg

1980 präsentierte uns die American Lung Association auch noch eine Santa-Tochter, Candy Claus. Und es existiert ein Gerücht, er habe einen jüngeren Bruder namens Skinny Claus. Dieser trägt angeblich immer grüne Kleidung und lebt in Miami. Nun ja, das ist vielleicht alles etwas übertrieben, findet die Rabenfamilie. Unserer Meinung nach gehört der Weihnachtsmann zusammen mit Elfen und Zwergen und dem Polarbären (wie bei Tolkien) an den Nordpol.

 

Wo der Weihnachtsmann wohnt

Das ist das Haus vom Nikolaus

Wie gesagt, finde ich, dass er an den Nordpol gehört, zusammen mit Elfen und Zwergen, eventuell noch mit einer Mrs. Claus. Aber es gibt durchaus noch andere Ideen darüber.

Die Finnen verorten iden Weihnachtsmannm, der dort Joulupukki heißt, in Lappland, am oder auch im Korvatunturi, einem 468 m hohen Berg dortselbst, wo er mit seinen Rentieren und den Tonttu (Wichteln) lebt. Inzwischen gibt es aber auch ein künstlich geschaffenes Weihnachtsdorf bei Rovaniemi, wo er seit 1985 seinen Zweitwohnsitz hat.

In Schweden lebt er in Dalarna, oder er hat nach alter Tradition als Tomte gar keinen festen Wohnsitz.

Die dänischen Kinder glauben, er lebe in Grönland, es gibt dort aber auch Kinderbücher, in denen seine Heimat am Südpol liegt.

Der Schweizer Niklas kommt aus dem Schwarzwald und zieht am 6. Dezember mit seinem Esel durch die Lande, begleitet vom Schmutzli.

 Der Niederländische Sinterklaas kommt mit seinem Begleiter, dem Schwarzen Piet, per Dampfschiff aus Spanien.

Andere meinen, er käme aus der Gegend von Antalya in der Türkei, was seine Verwandschaft mit dem Nikolaus zeigt.

 

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Der Weihnachtsmann als Werbegag

Die Karriere des Weihnachtsmannes als Werbeträger begann nicht erst mit der Kampagne dieses gewissen Getränke-Konzerns. Bereits 1841stellte J. W. Parkinson, ein Händler aus Philadelphia, einen Mann ein, der, verkleidet als "Criscringle" (oder auch Chris Cringle - eigentlich entstand dieser Name, weil die Amerikaner Schwierigkeiten hatten, "Christkindl" auszusprechen), am Tage vor Weihnachten in einem künstlichen Kamin über seiner Ladentür herumkletterte, zur Erbauung der Vorüberkommenden. 1870 findet man Weihnchtsmänner in vielen amerikanischen und kanadischen Kaufhäusern, und zwanzig Jahre später tritt Father Christmas azuch in englischen Geschäften in Erscheinung.

Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges werden die Santa-Ausstellungen der englischen Kaufhäuser aufwändiger, oft sind sie bereits mit Schlitten-Partien, Reisen zum Mond und ähnlichem Rummel aufgepeppt.

Nicht nur in Japan gibt es inzwischen auch Weihnachtsfrauen! Meist gewandet in knappe, pelzverbrämte weiße Miniröckchen sehen sie eher aus wie Playmates als wie irgend etwas, was mit Weihnachten zu tun hat. Auf diese Art der "Efrauzipation" können wir doch wohl verzichten, auch wenn wir eine wirkliche Mrs. Santa sicher nicht ablehnen.

Manchmal glaubt man inzwischen wirklich , der Weihnachtsmann sei nur noch dazu da, den adventlichen Kaufrausch anzuregen und die Ladenkassen ordentlich zu füllen!

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Schokoladen-Weihnachtsmann

Schokoladen-Weihnachtsmänner sind sehrSchokoladen-Weihnachtsmann beliebt für den bunten Teller an Weihnachten, aber auch schon als süße Füllung für den Nikolausstiefel am 6. Dezember.

Um 1820 herum hat jemand den ersten seiner Art angefertigt, die ersten Figuren waren noch massiv aus Schokolade und trugen ein Bischofsgewand. Ungefähr 20 Jahre später wurden sie dann als Hohlkörperfiguren hergestellt. Dabei wird flüssige Schokolade zwischen 2 Formen gegossen und das Ganze gedreht, bis die Schokolade gleichmäßig verteilt und abgekühlt ist.

In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 100 Millionen Schokoladenweihnachtsmänner hergestellt und dabei über 9000 Tonnen Schokolade verarbeitet. In Österreich haben Nikoläuse aus Schokolade einen höheren Marktanteil als bei uns, dort gibt es auch Krampusse. Viele Produzenten stellen mit ein und derselben Gussform inzwischen verschiedene Figuren her. Sie unterscheiden sich dann nur durch die Verpackung.

Dass übrig gebliebene Weihnachtsmänner und Nikoläuse später zu Osterhasen umgeschmolzen werden und umgekehrt, ist aber bloß ein Gerücht.

 

 

Hat der Weihnachtsmann Zukunft?

Inzwischen ist der Weihnachtsmann über 200 Jahre alt. Er hat einige Erfahrung darin, Kinder zu beglücken und ist immer noch beliebt bei ihnen. Und, was besonders wichtig ist, auch die Eltern und alle diejenigen, die in ihren Herzen jung geblieben sind, mögen ihn und werden ihn hoffentlich auch weiterhin am Leben erhalten. Vielleicht wird er sich im Laufe der Zeit weiter verändern, doch wir können uns nicht vorstellen, dass er von der Bildfläche verschwindet.

Glücklicherweise geht das vielen so, und so möge er noch viele Jahre am Leben bleiben und seinen weihnachtlichen Zauber über die Welt verbreiten!

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Briefe vom Weihnachtsmann

Die bekamen die Kinder von John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973), der heute als Verfasser der Bücher vom Herrn der Ringe wieder in aller Munde ist, sie erhielten jeden Dezember einen merkwürdigen Brief mit einer Briefmarke vom Nordpol, der in einer unbekannten, spinnenbeinigen Handschrift geschrieben worden war und mit vielen Bildern versehen das Leben am Nordpol schilderte. Absender war der Weihnachtsmann (Father Christmas)! Inzwischen sind die Briefe auch auf Deutsch als Buch erschienen (J. R. R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann).

Der Weihnachtsmann schrieb auch jahrelang Briefe an unsere beiden Knaben! Hier kannst du einen davon lesen: Weihnachtsmannbrief

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Bilder:

Backgrounds: Die Rabenfrau

Titelbild: alte Postkarte

Kranz: alte Weihnachtskarte

Weihnachten gehört verboten: Die Rabenfrau

Uncle Sam: Thomas  Nast (1840-1902)

A visit from St. Nick: Thomas Nast (1840-1902), Foto via pixabay

Weihnachtsmann oder Christkind: Heinrich Hoffmann (1809–1894)

Familie Weihnachtsmann: Original:  Anne Gomez via wikipedia  (CC BY-SA 4.0)

Wo der Weihnachtsmann wohnt: Die Rabenfrau

Schoko-Weihnachtsmann: via pixabay

Briefe vom Weihnachtsmann: Die Rabenfrau