In
alten Zeiten lebte einmal ein Dudelsackpfeifer in Dunmore, im County Galway. Obwohl
der sehr stolz auf seine Musik war, war er doch nicht fähig, mehr als ein
Stück zu spielen, und das war "Black Rogue". Normalerweise bezahlten
die Menschen ihn, damit er aufhörte zu spielen, und machten sich oft lustig
über ihn, weil er nur das eine Stück spielen konnte. Eines
nachts kam der Pfeifer halb betrunken von einem Fest nach Hause. Er kam zu der
Brücke, die sich gerade vor dem Haus seiner Mutter befand, und weil ihm gerade
danach war, setzte er die Pfeifen ein und begann, auf seinem Dudelsack "Black
Rogue" zu spielen. Plötzlich stand der Phooka vor ihm, warf ihn auf
seinen Rücken und galloppierte mit ihm davon. Glücklicherweise konnte
der arme Pfeifer sich an der Mähne des Phooka festhalten, so dass er nicht
hinunter fiel. Und
dann schrie er den Phooka an: "Verdammt nochmal, du altes Vieh, bring mich
nach Hause! Ich habe ein 10-Penny-Stück in der Tasche für meine Mutter,
und sie wünscht sich Schnupftaback!" Der
Phooka antwortete "Denk nicht mehr an deine Mutter! Sieh einfach zu, dass
du nicht hinunter fällst, denn dann würdest du dir deinen Hals brechen
und deine Pfeifen würden kaputt gehen. Kannst du "Shan Van Vocht"
spielen?" Der
Pfeifer zuckte die Achseln: "Kenne ich nicht!" "Macht nichts",
antwortete der Phooka, "fang einfach an, ich werde machen, dass du es kannst!" Der
Pfeifer blies seinen Dudelsack auf und begann zu spielen, so schön, dass
er sich selber wunderte. Schließlich
sagte er: "Auf mein Wort, du bist ein guter Musiklehrer! Aber wo bringst
du mich denn nun hin?" "Im
Haus der großen Banshee auf dem Croagh Patric ist heute nacht ein großes
Fest," antwortete der Phooka, "du sollst dort aufspielen, und ich schwöre
dir, du wirst auch gut dafür bezahlt werden!" Der
Pfeifer meinte nur: "Auf mein Wort, du ersparst mir eine Reise! Vater William
hat mir nämlich eine Fahrt dorthin als Buße aufgegeben, weil ich an
St.Martin seinen weißen Gänserich gestohlen habe." Daraufhin
rannte der Phooka mit ihm über Berg und Tal bis sie endlich auf der Spitze
des Croagh Patric angekommenwaren. Dort stampfte er drei Mal mit dem Huf auf,
und es öffnete sich ein Tor, durch das sie einen großen, schönen
Saal betraten. In der Mitte war eine goldene Tafel gedeckt,
und hunderte von alten Weiber saßen darum herum. Eine
von ihnen erhob sich und kam auf sie zu. "Willkommen seist du, Phooka! Wer
ist dieser Sterbliche, den du uns da bringst?" "Das
ist der beste Dudelsackbläser von Irland!" antwortete der Phooka. Die
Alte lachte und schlug mit ihrem Stock an die Wand. Die öffnete sich, und
der Pfeifer staunte sehr, als die sich darauf hin öffnete und der weiße
Gänserich heraus flatterte, den er von Vater William gestolen hatte. "Du
liebe Zeit!" wunderte sich der Pfeifer, " ich und meine Mutter, wir
haben doch jeden Fitzel von dem alten Ganter gegessen, bis auf einen Flügel,
den ich der Roten Mary gegeben habe! Und sie war es, die dem Priester erzählt
hat, dass ich ihn geklaut hatte!" Der
Gänserich räumte nun die Tafel ab und trug sie fort, und der Phooka
befahl: "So Pfeifer, jetzt sollst du den Damen aufspielen!" Und der
Pfeifer spielte auf, und die alten Weiber begannen zu tanzen bis sie müde
wurden. Dann meinte der Phooka, der Pfeifer solle jetzt für seine Mühe
bezahlt werden, und die Weiber zogen je ein Goldstück aus der Tasche, was
sie ihm zu warfen. Der Pfeifer sammelte alle auf, füllte sie in seinen Strumpf
und band ihn an seinen Gürtel. Er
rief: "Beim Zahn von St. Patrick! Nun bin ich reich wie ein Lord!" Schließlich
sagte der Phooka: "Komm jetzt mit! Ich werde dich nach Hause bringen." Sie
gingen hinaus, und als der Pfeifer auf den Phooka steigen wollte, kam der Gänserich
heraus und schenkte ihm noch einen neuen Satz Pfeifen. Dann ging der wilde Ritt
los. Es dauerte nicht lange, und schon waren sie in Dunmore. An der Brücke
warf der Phooka den Pfeifer ab, der recht unsanft auf seinem Hinterteil landete. Der
Pfeifer fluchte, aber der Phooka meinte: "Halt den Mund, Pfeifer! Du hast
nun zwei Dinge, die du vorher nie hattest: Geld und du kannst wirklich mit deinem
Dudelsack umgehen!" Dann galloppierte er davon. Der Pfeifer rappelte sich
auf, marschierte direkt zum Hause seiner Mutter und klopfte heftig an die Tür. Sie
öffnete und fing gleich an, ihn zu beschimpfen, aber er sagte:"Sei
ruhig, Mutter, lass mich ein! Ich bin reich wie ein Lord, und ich bin jetzt der
beste Dudelsackpfeifer in ganz Irland!" "Betrunken
bist du!" schimpfte die Mutter. "Nein,
wirklich," sagte der Pfeifer, "ich habe nicht einen einzigen Tropfen
getrunken!" Die
Mutter ließ ihn schließlich ein, und er gab ihr die Goldstücke.
Sie vergrub sie gleich in einem Blumentopf. "Warte nur, bis du meine Musik
hörst!" versprach der Pfeifer. Er setzte die neuen Pfeifen in seinen
Dudelsack ein und begann zu blasen. Aber
keine Musik kam heraus, sondern Laute, als wenn alle Gänse und Gänseriche
in ganz Irland gleichzeitig zu schnattern angefangen hätten! Von dem Lärm
wachten auch die Nachbarn auf, und sie lachten ihn aus und machten sich über
ihn lustig, bis er wieder seine alten Pfeifen einsetzte, und da konnte er wirklich
wunderbar Musik machen. Er spielte ihnen eine ganze Weile auf, und dann erzählte
er, wo er die Nacht verbracht hatte. Am
nächsten Morgen sah die Mutter gleich nach den Goldstücken, aber sie
hatten sich in einen Haufen halb verrotteter Blätter verwandelt. Aber von
dieser Nacht an bis zu seinem Todestag gab es keinen anderen Dudelsackbläser
im Land, der so gut war wie der Pfeifer! 
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